Sechs Wochen Roadtrip liegen vor uns. Deutschland – Ungarn – Rumänien – Serbien – Kroatien – Slowenien – Österreich – Deutschland. Der Plan ist ambitioniert: möglichst wenig Autobahn, dafür möglichst viel sehen. Die Schwerpunkte liegen in Rumänien und Serbien, und zwischendurch wollen wir uns immer wieder auf kleine Straßen und noch kleinere Orte einlassen.
Der erste davon heißt Varbalog.
Varbalog liegt direkt an der österreichisch-ungarischen Grenze und ist, sagen wir mal, überschaubar. Unser Quartier war das örtliche Gasthaus – mit genau einem einzigen Gästezimmer. Damit war die Frage nach dem richtigen Zimmer schon einmal erfreulich unkompliziert geklärt.
Das Zimmer war rustikal. Sehr rustikal. Aber für die erste Nacht völlig ausreichend – schließlich waren wir gerade erst losgefahren und hatten noch keinen Grund, uns über Komfort zu beschweren. Das kommt erfahrungsgemäß früh genug.
Zum Abendessen gab es Schnitzel mit Kartoffelsalat. Also genau das, was man nach einem langen Reisetag braucht und was außerdem ziemlich eindeutig signalisiert: Wir sind in Ungarn angekommen.
Allerdings sollte man in Varbalog nicht allzu spät mit dem Essen anfangen. Um 19.30 Uhr wurde das Gasthaus zugesperrt.Kein Problem. Wir hatten einen Schlüssel.
Damit waren wir vermutlich die einzigen Gäste im Ort, die nach 19.30 Uhr noch Zutritt zu einem verschlossenen Gasthaus hatten. Was wir damit anfangen sollten, war allerdings eine andere Frage.
Also spazierten wir noch ein bisschen herum. Beim Nachbarn gab es Ziegen und Schafe, die deutlich unterhaltsamer waren, als es ihre Größe vermuten ließ. Ansonsten begegneten uns vor allem Pferde. Viel mehr braucht es für einen ersten Abend nach einem langen Fahrtag eigentlich auch nicht.
So begann also unser sechswöchiger Roadtrip: ein kleines Dorf, ein rustikales Zimmer, Schnitzel mit Kartoffelsalat, ein Schlüssel für ein abgeschlossenes Gasthaus und ein paar neugierige Ziegen.Nicht gerade der spektakulärste Auftakt.
Aber irgendwie ein ziemlich guter.
Denn genau solche Orte sind es, die wir auf dieser Reise suchen. Orte, an denen man nicht wegen einer berühmten Sehenswürdigkeit landet, sondern einfach, weil sie auf dem Weg liegen – und bei denen man hinterher denkt: Gut, dass wir hier angehalten haben.
Und das war erst der Anfang. Vor uns liegen noch Ungarn, Rumänien, Serbien, Kroatien, Slowenien.
Wir sind gespannt, was uns erwartet.
Und hoffen vorsichtshalber, dass nicht überall um 19.30 Uhr zugesperrt wird.