Montag, 28. Oktober 2019

Zwei Monate Südamerika - und jetzt?

Tatacoa Wüste, Kolumbien
Galapagosinseln, Ecuador

Dieser Blogeintrag kommt schon wieder von Regensburg. Gut zwei Monate Südamerika - auf Reisen erlebt man die Zeit immer wie in einem Zeitraffer. Es geht so schnell. Wenn man sich dann zuhause überlegt, was man alles erlebt hat, wird erst klar, dass es wirklich sehr viel war und dann doch auch irgendwie ziemlich lang. Kolumbien, Ecuador und Peru, das ist natürlich nur ein kleiner Ausschnitt aus dem, was der Kontinent zu bieten hat.




Barichara, Kolumbien


Und genau so sehe ich es auch, als Anfang. Es werden sicherlich weitere Reisen folgen. Es gibt noch so viel mehr zu sehen - Gott sei Dank....





Cotopaxi, Ecuador




Was waren die Highlights? Es war ja von so gut wie allem etwas dabei. Von der Wüste bis hin zu den hohen Berge der Anden. Wunderbare Kolonialstädte und sehr neue Stadtviertel wie Miraflores in Lima. Sehr viel Natur, natürlich auf den Galapagosinseln, aber auch in den Bergen oder am Meer. Die bunten Märkte und die alten Kulturen.




Mama Negra Festival, Latacunga, Ecuador
Und wie immer ungezählte wunderbare Kontakte - die Menschen, die man auf Reisen trifft, die machen es aus!

Jetzt gehts erst mal daran, Fotos und Videos zu sichten. Einen Vortrag daraus zu basteln, ein Plakat und Flyer zu erstellen, damit aufzutreten....
Wie gut, dass mir meine Arbeit Spaß macht!

Carthagena, Kolumbien

Markt Otavalo, Ecuador

Tanzprobe, Mompox, Kolumbien

Fischmarkt, Galapagosinseln

Fahrt durch die Anden, Peru

Kuelap, Peru

Hostel-Leben, White House Lima, Peru


Freitag, 25. Oktober 2019

Lima, Hauptstadt von Peru und Ende einer Reise

Meine Erwartungen für Lima waren nicht besonders hoch. Die Stadt hat nicht gerade den allerbesten Ruf - höllischer Verkehr, wenige Sehenswürdigkeiten, dafür umso mehr Kriminalität und Küstennebel in neun von zwölf Monaten des Jahres. Vor allem im Oktober. Na toll...
So schlecht war es aber gar nicht.

Miraflores, Lima, Peru

Das lag zum einen schon mal an meinem Hostel, dem "White House Lima" in Miraflores. Der Besitzer Jhonny ist ein supernetter Gastgeber, der mit Tipps und Tricks zur Seite steht und für die Gäste Grillabende und Pisco Sour Verkostungen anbietet. Miraflores ist einer der reichsten Stadtteile von Lima. Hier stehen überall Polizisten, daher ist es hier deutlich sicherer als in manch anderen Stadtteilen.



Plaza Mayor, Lima, Peru

Was gibt es zu sehen?
Zum einen gibt es das historische Zentrum. Ganz besonders schon ist der Plaza Mayor. Wer sich wundert, warum der Platz so leer aussieht - er war tatsächlich leer und gesperrt. Jeden Mittwoch streiken Limas Rentner und organisieren einen großen Demonstrationszug, der am Plaza Mayor endet. Sie gehen seit vielen Monaten für mehr Geld auf die Straße.
Geändert hat sich für (noch) nichts.



Plaza San Martin, Lima, Peru
Sehr sehenswert sind die Kirche und das Kloster San Francisco. Der spannendste Teil liegt unter den Gebäuden. In den Katakomben liegen die Knochen Tausender Verstorbener.

Kirche San Francsico, Lima, Peru

Kirche San Francisco, Lima, Peru

Barranco, Lima, Peru


Sehenswert ist auch der Stadtteil Barranco. Wunderschöne alte Herrenhäuser werden nach und nach restauriert. Es gibt viele Galerien mit lokalen Künstlern und kleine Boutiquen. Viele Wände, Unterführungen und Brücken sind voll Graffiti.







Lima ist bekannt für seine Gastronomie - aber teure Restaurants müssen gar nicht sein. Das beste Ceviche der ganzen Reise gabs auf dem Markt in Barranco!

Ceviche, Markt Barranco, Lima, Peru

Donnerstag, 24. Oktober 2019

Die Lehmstadt Chan Chan bei Trujillo

Chan Chan, Trujillo, Peru
Chan Chan, Trujillo, Peru



Nur 15 Kilometer von Trujillo entfernt liegt die Lehmstadt Chan Chan. Diese Stadt wurde ab dem 13. Jahrhundert erbaut und war die Hauptstadt des Chimu-Volkes. Chan Chan wurde 1986 zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt. Zeitgleich wurde es auch auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes aufgenommen.



Chan Chan, Trujillo, Peru

Das Problem ist der Klimawandel. Dadurch wird das Wetterphänomen El Niño immer stärker, die starken Stürme und der Regen zerstören die Lehmbauten. Hat man bisher versucht, die Lehmbauten mit einer Glasur zu schützen, reicht das nicht mehr aus. Um Regen und Sturm trotzen zu können, mussten vor allem für die kleineren Bauten Stahlgerüste her.




Chan Chan, Trujillo, Peru


Trotz allem -  die Lehmstadt ist beeindruckend. Sie ist eine der größten Lehmstädte der Welt und erstreckte sich über 30 Quadratkilometer. In ihrer Blütezeit hatte Chan Chan vermutlich 60.000 Einwohner, die ein beträchtliches Vermögen an Gold, Silber und Keramik angehäuft hatten.






Chan Chan, Trujillo, Peru

Die Inkas versuchten immer wieder, die Chimus zu besiegen. Aber erst 1470 gelang ihnen, die Stadt zu erobern.
Sie hatten einen Fluss umgeleitet und Chan Chan von der Wasserversorgung abgeschnitten.
Die Inkas zerstörten die Lehmbauten zwar nicht, aber Chan Chan verlor seine Bedeutung. Die endgültige Vernichtung der Chimú folgte erst im 16. Jahrhundert durch die Spanier.




Besichtigt werden kann der so genannte Tschudi-Bereich, benannt nach dem Schweizer Forscher Johann Jakob von Tschudi. Hier gibt es prächtige Festsäle, viele Verzierungen, geometrische Muster und Symbole.
Man kann nur hoffen, dass den Wissenschaftlern die Zeit nicht davon läuft. Die Winde, Stürme und der Regen werden mehr und sie werden heftiger. Nicht gut für den Bestand einer Stadt komplett aus Lehm.....

Chan Chan, Trujillo, Peru

Chan Chan, Trujillo, Peru

Chan Chan, Trujillo, Peru

Chan Chan, Trujillo, Peru







Mittwoch, 23. Oktober 2019

Trujillo und die uralten Tempel der Moche

Trujillo, Peru
Busse fahren jede halbe Stunde von Chiclayo nach Trujillo - nein, vorreservieren ist nicht nötig - die Fahrt dauert gerade mal drei Stunden....
Wer solche Infos in Südamerika bekommt, der weiß genau, was das bedeutet:
Ja, es fahren Busse jede halbe Stunde. Aber du musst erst mal drei Stunden warten, weil alle voll sind... Drei Stunden Fahrt wäre möglich, wenn es keine anderen Auto- oder Busfahrer gäbe, wenn niemand unterwegs aus- oder einsteigen will.... 5 1/2 Stunden waren wir unterwegs.
Sei es drum - Trujillo ist eine schöne, unaufgeregte Stadt mit sehr wenigen Besuchern. Schade.
Hier gibt es viel zu sehen.

Huaca del Sol, Trujillo, Peru
Die "Huacas de Moche" liegen nur fünf Kilometer von Trujillo entfernt und sind absolut sehenswert. Hier war das Machtzentrum der Moche.
Der Sonnentempel fällt schon von weitem allein durch seine Größe auf. Mit seiner Grundfläche von 340 x 160 Metern und einer Höhe von 40 Metern ist der "Huaca del Sol" das größte präkolumbianische Lehmziegelbauwerk von Südamerika.
Auf den ersten Blick schaut der Tempel aus wie ein Wüstenhügel.



Erst bei genauerem Hinsehen erkennt man die Lehmziegel.  140 Millionen von ihnen wurden allein an diesem Tempel verbaut. Mehrere Jahrhunderte wurde immer wieder am Tempel gebaut. Insgesamt waren vermutlich 200 000 Arbeiter damit beschäftigt, diese Pyramide zu errichten. Laut den Wissenschaftlern war der Tempel früher dreimal so hoch wie heute. Regen und Wind des letzten Jahrtausends haben dem vergänglichen Monument arg zugesetzt, vor allem das Phänomen "El Nino".

Huaca de la Luna, Trujillo


Direkt daneben liegt der kleinere Mondtempel "Huaca de la Luna". Experten gehen davon aus, dass die ältesten Teile aus dem 5. Jahrhundert sind. Bisher wurden sechs Schichten freigelegt, da wiederholt übereinander gebaut wurde.
Der Huaca de la Luna diente als religiöses Zentrum für Rituale und Zeremonien und als Grabstätte für die Herrscher der Moche.




Ganz besonders sehenswert sind die Wandmalereien, mit denen die Lehmziegelwände bedeckt sind. Viele Motive sieht man immer wieder: der Fisch als Symbol des Wassers, der Pelikan als Symbol der Luft und die Schlange als Symbol der Erde. Auch diverse Dämonen kommen immer wieder vor.

Huaca de la Luna, Trujillo

Huaca de la Luna, Trujillo

Huaca de la Luna, Trujillo

Huaca de la Luna, Trujillo

Huaca de la Luna, Trujillo

Montag, 21. Oktober 2019

Der Herr von Sipan - unterwegs zwischen Gräbern, Tempeln und einem Museum

Grab Sipan, bei Chiclayo, Peru
Februar 1987:  Grabräuber entdecken ein uraltes Grab in der Nähe des Dorfes Sipán und plünderten es. Das ganze Dorf wird daraufhin vom Goldfieber gepackt. Das fällt schnell auf und ruft die Polizei auf den Plan.  Gold, Edelsteine und uralte Knochen werden beschlagnahmt.

Gräber Sipan, bei Chiclayo, Peru

Der Kommandant ruft den Archäologen Dr. Walter Alva. Dieser ist Direktor des Brüning-Museums für Archäologie im nahen Lambayeque. Aufgrund der Qualität der Goldarbeiten geht Dr. Alva davon aus, das die Schmuckstücke aus einem Grab einer wichtigen Persönlichkeit stammen. Inzwischen gehen die Plünderungen weiter, professionelle Raubgräber kommen dazu. Erst im April gelingt es Dr. Walter Alva, Rettungsgrabungen zu organisieren.



Dann, nach Monaten der Durchbruch: das unversehrte Grab eines Moche-Herrschers - der Herr von Sipan war gefunden!
Er wurde nicht alleine bestattet -  mit im Grab lagen seine Konkubinen und Angehörige seines Volkes. Die Archäologen gehen davon aus, dass zumindest einige von ihnen geopfert worden sind, um den Herrscher ins Jenseits zu begleiten.

Grab von Sipan, Chiclayo, Peru
Heute sind die Grabbeigaben im Museum zu sehen, die Skelette des Herrn von Sipan, seiner Konkubinen und diversen Lamas.

Grabbeigaben von Sipan, Chiclayo
In den Gräbern liegen heute Repliken der Skelette, sodass sich die Besucher vorstellen können, was Dr. Alva und sein Team damals vorgefunden haben.

Tempel Sipan, bei Chiclayo, Peru
Bei diesen Gräbern handelt es sich um das wichtigste Zeugnis aus der Kultur der Moche, die vom 1.-8. Jahrhundert in Nordperu gelebt haben. Im 8. Jahrhundert verschwanden die Moche auf einmal. Die Archäologen gehen davon aus, dass die Menschen aus dieser Zeit ein Opfer des Phänomens El Nino geworden sind. Zuerst über mehrere Jahrzehnte starke Regenfälle, die die Bewässerungssysteme zerstört haben. Danach eine Dürre, die 30 Jahre angedauert hat.



Damals haben die Moche die großen Städte aufgegeben und sind in kleinere Siedlungen gezogen. Trotzdem kam es vermutlich zu Kriegen um die letzten verbliebenen Nahrungs- und Wasserressourcen. Durch die folgende Hungersnot und daraus entstandene Unruhen ging die Moche-Kultur unter.

Royal Tombs of Sipan Museum, Lambayeque, Peru


Sonntag, 20. Oktober 2019

Im Land der Wolkenmenschen - Chachapoyas und Umgebung



Bei den Wolkenmenschen, Sonche Canyon, Chachapoyas, Peru
Das Land der Wolkenmenschen! Was für ein Name. Und er trifft auch noch zu! Das mit den Wolken ist nicht nur manchmal, sondern meistens. In der Regenzeit natürlich sowieso.
Die Stadt wurde von den Spaniern erbaut.

Chachopoyas, Peru



Heute ist Chachapoyas ein friedliches kleines Bergstädtchen mit etwa 35 000 Einwohnern. Alle Häuser sind weiß getüncht. Manche nennen die Stadt schon das "neue Cusco".







Kuelap, Chachapoyas, Peru

Hier gibt es alles  historische Ruinen, alte Festungen und viele Überreste einer längst vergessenen Kultur. Dazu imposante Wasserfälle, Höhlen und einen tiefen Canyon – und trotzdem gilt die Region bis heute als relativ unbekannt. Das liegt vor allem an der schwierigen und langen Anreise. Von Lima aus ist man schon mal 24 Stunden unterwegs - wenn alles glatt läuft. Und das tut es selten. Per Flugzeug kann man einmal pro Woche hierher kommen...



Machu Pichu? Wenn man nicht auf jedem Bild 20 oder mehr Touristen aus aller Welt haben möchte, dann doch lieber nach Kuelap.

Sonche Canyon, Chachapoyas, Peru


Der Colca Canyon bei Arequipa zu überlaufen? Nur acht Kilometer von Chachapoyas entfernt gibts den Sonche Canyon. Den hat man gerne auch mal für sich alleine!








Kuelap, Chachapoyas, Peru

Kuelap aber ist DAS Ziel in dieser Gegend. Zweihundert Jahre lang lag die Kuelap-Festung vergessen unter Schutt begraben und niemand ahnte auch nur von ihrer Existenz. Bis eines Tages Mitte des 19. Jahrhunderts der in Chachapoyas ansässige Richter Don Juan Crisostomo Nieto mehr oder weniger zufällig über die Überreste stolperte und eines der größten Rätsel Südamerikas an die Öffentlichkeit brachte.



K
Kuelap, Chachapoyas, Peru


Die Festung Kuelap wurde vom Volk der Chachapoya erbaut, der Wolkenmenschen. Die Hochzeit dieser Kultur war von 900 bis 1400 nach Christus. Zu dieser Zeit lebten vermutlich 2000 Menschen hier. Bis heute ist nicht geklärt, ob die Chachapoyas immer hier lebten, oder sich nur in Notfällen wie Kriegen auf die knapp 3000 m hohe Festung zurückzogen.



Kuelap, Chachapoyas, Peru


Kuelap ist auf auf drei verschiedene Ebenen angelegt. Auf der oberen Ebene waren die Adligen und höher gestellten Stammesangehörigen unter sich. Die mittlere Ebene war für Krieger und ihre Familien vorgesehen und auf der niedrigsten Ebene lebten die Händler und Bauern.
Kuelap, Chachapoyas, Peru

Drei Eingänge führten in die Festung, allerdings waren die Eingänge so konstruiert, dass immer nur eine Person durch den schmalen und hohen Zugang kommen konnte. Der Ausgang war direkt gegenüber – praktisch, denn so konnten unerwünschte Eindringlinge direkt wieder rausverfrachtet werden. Die Schutzwälle sind bis zu 20 Meter hoch und weithin sichtbar. Erstaunlich, dass die Stadt so lange unbekannt geblieben ist.



Seit 2017 ist der Zugang zu Kuelap deutlich einfacher als davor - es gibt eine Seilbahn. Damit dauert die Anreise von Chachapoyas aus nur noch 1,5 statt 3,5 Stunden!

Seilbahn nach Kuelap, Chachapoyas, Peru

Chachapoyas, Peru

Chachapoyas, Peru

Chachapoyas, Peru

Kuelap, Chachapoyas, Peru

Kuelap, Chachapoyas, Peru

Kuelap, Chachapoyas, Peru

Kuelap, Chachapoyas, Peru

Sonche Canyon, Chachapoyas, Peru

Sonche Canyon, Chachapoyas, Peru