Mittwoch, 16. Oktober 2019

Cajamarca - das Cusco des Nordens

Plaza de Armas, Cajamarca, Peru
Cajamarca. Nie gehört? Dann bist du in guter Gesellschaft. Der Ort ist tatsäclich (noch) ziemlich unbekannt, aber das könnte sich bald ändern.

Cajamarca, Peru



Cajamarca hat eine wunderschöne Altstadt, es gibt tolles Essen, preiswerte Hostels und in der Gegend viele große und kleine Sehenswürdigkeiten.








Hier in Cajamarca lebten die Inkas, eine Kultur, die vom 13. bis 16. Jahrhundert hier vorherrschte. Die Inkas waren aber nicht nur hier, sondern auch in Kolumbien, Ecuador, Bolivien und in Teilen von Chile. Vor allem in Peru, dem Land, in dem die Inkakultur ihren Ursprung hatte, trifft man immer wieder auf deren Zeugnisse. Und eben in ganz besonderer Art und Weise in Cajamarca.
Versetzen wir uns gedanklich ins 16. Jahrhundert. Zu dieser Zeit herrschte der Inkakönig Atahualpa. Cajamarca war seine Hauptstadt.

Aussichtspunkt Apolonia, Cajamarca, Peru

Von seinem Lieblingort oberhalb der Hautpstadt hat er weiße Menchen auf Pfeden heranreiten sehen. Woher die weiße Farbe bei diesen Menschen kommt, was Pferde sind und was diese Gestalten von ihm wollten, das wusste Atahualpa nicht. Es waren Spanier, angeführt von Francisco Pizarro. Augezogen, um die neue Welt für die Spanier zu kolonisieren.





 Pizarro war in erster Linie an dem Gold interessiert, das die Inkas hatten. Und sie hatten viel Gold, sehr viel sogar. Pizarro schickte Boten zu Atahualpa und hat ihn eingeladen, zu friedlichen Gesprächen zusammen zu kommen. Atahualpa hat ihm leider geglaubt. Seine Krieger wurden getötet und Atahualpa gefangen genommen und eingesperrt.
Genau in dieser Kammer begann der Niedergang der Inkakultur. Durch einen spanischen Eroberer und 120 Mann mit Pferden und Waffen. Atahualpa wollte sich mit Gold und Silber freikaufen. Pizarro ging gerne auf das Angebot ein.
Aus dem ganzen Land machten sich Inkas mit Lamas auf den Weg, die mit Gold und Silber beladen waren. Es half alles nichts. Gold und Silber füllten die Kammer, aber Pizarro hielt nicht Wort und ließ den Inkaherrscher Atahualpa hinrichten.
Das war der Anfang vom Ende des Inkareiches.

Zelle von Atahualpa, die mit Gold und Silber gefüllt wurde, Cajamarca

Pollock, Peru



Auch außerhalb der Stadt gibt es viel zu entdecken. In Polloc, ca 45 Minuten von Cajamarca entfernt, gibt es die Mosaikkirche. Hierher verirren sich kaum Touristen, auch ich war mir nicht sicher, ob ich hier richtig bin, als ich aus dem Minibus ausgestiegen bin....






Mosaikkirche, Pollock, Peru


Aber nach einem knappen Kilometer sieht man sie - von außen noch gar nicht so spektakulär, aber das Innere ist wundershcon mit den vielen bunten Steinchen. Dem Brunnenwasser im Hof werden Heilkräfte nachgesagt. Also schadet es sicher nicht, den kaputten Fuß mal kurz darin zu baden....





Mosaikkirche Pollock, Peru

Brunnen im Innenhof der Mosaikkirche, Pollock, Peru

Ein echtes Vollbad gibts in Cajamarca auch - und zwar im Bad des Inka. Angeblich soll schon Atahualpa hier gebadet und sich von seinen Regierungsgeschäften erholt haben. Wie auch immer - das Wasser ist angenehm warm und hat diverse Mineralien, die gut für Haut und Knochen sind. Alle Älteren und alle Touristen müssen erst einen Gesundheits-Check über sich ergehen lassen. Dazu gehört auch wieder mal das obligatorische Blutdruckmessen, das wir ja schon aus Kolumbien kennen...

Banos del Inca, Cajamarca, Peru

Nur ein paar Kilometer von Cajamarca entfernt liegen die "Ventanillas von Otuzco". Letztendlich handelt es sich um einen Berghang, der von zahlreichen kleinen Fenstern durchlöchert ist. In diesen kleinen Öffnungen wurden die Toten beigesetzt - die ältesten Gräber sind etwa 3500 Jahre alt. Es handelt sich also um eine andere Kultur, nicht die der Inkas, sondern der Cajamarca-Kultur.

Ventanillas von Otuzco, Peru