Donnerstag, 24. September 2026

Sighișoara – Rumäniens Rothenburg mit Wetterüberraschung

Stundturm, Sighișoara, Rumänien

Eigentlich war heute ein Tag für gemütliches Sitzen, Kaffee und vielleicht ein bisschen aus dem Fenster schauen. Der Wetterbericht hatte uns für Sighișoara nämlich Wolken, Kälte und immer mal wieder Regen versprochen. Also nicht gerade die Bedingungen, unter denen man sich voller Begeisterung auf einen ausgedehnten Altstadtbummel stürzt.

Aber wir sind nun mal hier. Und irgendwann muss man sich entscheiden: Entweder man wartet auf besseres Wetter – oder man zieht die Jacke an und geht einfach los.

Wir entscheiden uns für Variante zwei.

Sighișoara, Rumänien

Und kaum sind wir in der Altstadt, ist auch schon klar: Gut, dass wir losgegangen sind. Sighișoara ist tatsächlich ein bisschen wie das rumänische Rothenburg ob der Tauber. Bunte Häuser, wunderbar erhaltene mittelalterliche Gebäude, Patrizierhäuser, kleine Gassen und überall Türme. Nur dass wir hier eben nicht in Franken, sondern mitten in Siebenbürgen unterwegs sind. 



Der Stundturm ist natürlich nicht zu übersehen. Er thront über der Altstadt und ist das Wahrzeichen der Stadt. Dazu kommen weitere Türme und Teile der alten Befestigung – und plötzlich fühlt man sich tatsächlich ein paar Jahrhunderte zurückversetzt. Nur die Touristen mit ihren Handys erinnern daran, dass wir doch im Jahr 2026 unterwegs sind. 


Stundturm Sighișoara, Rumänien

Sighișoara, Rumänien

Natürlich ist Sighișoara touristisch. Rund um den Uhrturm, die Schülertreppe und die wichtigsten Gassen sind wir nicht allein unterwegs. Aber das Schöne ist: Man muss nur ein paar Schritte von den Hauptrouten abweichen. Schon wird es ruhiger. Selbst in diesem kleinen Sighișoara gibt es Nebenrouten, versteckte Ecken und Gassen, in denen man fast das Gefühl bekommt, die Stadt ein bisschen für sich allein zu haben. Genau so mögen wir es.


Suppe im Brot, Sighișoara, Rumänien


Also lassen wir uns treiben, schauen hier hinein, biegen dort ab und genießen einfach diese unglaublich gut erhaltene Altstadt. Und irgendwann meldet sich – wenig überraschend – unser Magen.

Zum Mittag gibt es Suppe im Brot. Eine ziemlich geniale Erfindung: Die Schüssel kann man nämlich gleich mitessen.



Schülertreppe, Sighișoara, Rumänien

Gut gestärkt machen wir uns anschließend an die berühmte Schülertreppe. 175 Stufen geht es nach oben zur Bergkirche. Wir fragen uns kurz, wie die Schüler von damals das eigentlich täglich gemacht haben. Unser Schulweg bestand jedenfalls nicht aus 175 Stufen. Fest steht, dass sie aufgrund der überdachten Treppe und eines mitdenkenden bzw. mitfühlenden Lehrers zumindest trockenen Fußes in der Schule ankamen.



Oben angekommen wartet dann die nächste Überraschung des Tages.

Schülertreppe, Sighișoara, Rumänien
Der Himmel wird heller.

Und heller.

Und plötzlich scheint die Sonne!

Damit hatten wir nun wirklich nicht gerechnet. Also nutzen wir die Gunst der Stunde und steigen noch auf den Turm des Uhrturms. Und was soll ich sagen: Von hier oben sieht Sighișoara einfach großartig aus. 


Blick vom Stundturm, Sighișoara, Rumänien

Blick vom Stundturm, Sighișoara, Rumänien


Die bunten Dächer, die Türme, die Stadtmauer und die dicht aneinander stehenden Häuser der Altstadt – und darüber jetzt tatsächlich blauer Himmel. Aus dem ursprünglich angekündigten kalten, grauen Regentag ist plötzlich perfektes Wetter für einen Blick über die Stadt geworden. 

Manchmal sollte man den Wetterbericht einfach als unverbindlichen Vorschlag betrachten.



Am Nachmittag haben wir dann genug von Türmen, Treppen und Altstadtgassen. Zurück bei Gabi's Home lassen wir uns im Hof nieder und machen das, was auf einer Reise mindestens genauso wichtig ist wie Sightseeing: einfach mal nichts.

Sitzen, entspannen, den Tag Revue passieren lassen.

Sighișoara, Gabis Home, Rumänien

Und während wir dort sitzen, sind wir uns ziemlich einig: Für einen Tag, der wettertechnisch eher mau angekündigt war, hat Sighișoara ganz schön abgeliefert.


Sighișoara, Rumänien

Sighișoara, Rumänien

Sighișoara, Rumänien

Sighișoara, Rumänien

Sighișoara, Rumänien

Sighișoara, Rumänien


Dienstag, 22. September 2026

Von Klöstern, Dracula und dem plötzlichen Wintereinbruch

Kloster Cârța, Rumänien

Nach den vergangenen Wochen mit Sonne, Wärme und T-Shirt-Wetter geht es weiter nach Brașov. Auf dem Weg dorthin haben wir einiges vor: ein Kloster, eine Festung und natürlich Dracula. Ein ganz normaler Reisetag in Rumänien also.

Dass dieser Tag außerdem eine ziemlich deutliche meteorologische Wendung nehmen würde, wissen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Erster Halt: das Kloster Cârța / Kerz, eine ehemalige Zisterzienserabtei aus dem 13. Jahrhundert. Alte Mauern, gotische Reste, ein kleiner Friedhof und jede Menge Atmosphäre. Vor allem aber: Ruhe.

Besonders ins Auge fällt eine ziemlich große runde Öffnung in der Kirchenwand, auch bekannt als das Kerzer Loch. Hier war einmal ein Fenster – heute ist davon nur noch die Öffnung geblieben. Und irgendwie macht gerade dieses fehlende Fenster den Ort noch interessanter. Man schaut hindurch und bekommt gleichzeitig einen Eindruck davon, wie viel Geschichte hier schon vergangen ist.

Kein Gedränge, keine Reisegruppen und niemand, der uns Dracula-Magneten andrehen möchte.

Das wird sich noch ändern.

Weiter geht es zur Festung Făgăraș. Eine ziemlich gewaltige mittelalterliche Anlage mit dicken Mauern, Türmen und einem Wassergraben. Wir drehen eine Runde und sind wieder einmal erstaunt, wie viele historische Sehenswürdigkeiten in Rumänien einfach so am Wegesrand auftauchen.

Festung Făgăraș, Rumänien
Und dann kommt Bran.

Dracula? Wir bleiben draußen.

Die Burg Bran, die weltweit als „Dracula-Burg“ vermarktet wird, liegt tatsächlich ausgesprochen fotogen auf ihrem Felsen.

Das Problem ist nur: Wir sind nicht die Einzigen, die das finden.

Was sich rund um die Burg abspielt, ist ziemlich irr. Busse, Reisegruppen, Souvenirstände und Menschen aus gefühlt halb Europa schieben sich in Richtung Eingang. Ein Burgbesuch hätte vermutlich zunächst eine kleine Expedition durch die Touristenmassen erfordert.

Danke, wir verzichten.

Wir schauen uns Bran von außen an. Sieht gut aus, Foto gemacht, Dracula gesehen – oder zumindest das, was man uns als Dracula-Burg verkaufen möchte.

Mehr müssen wir heute nicht haben.

Burg Bran, Rumänien

In Brașov angekommen, geht es Richtung Altstadt. Und kaum stehen wir auf dem Piața Sfatului, ist klar: Hier können wir problemlos ein paar Stunden verbringen.

Piața Sfatului, Brasov, Rumänien

Wir laufen einfach los, ohne großen Plan. Genau das gefällt uns an Brașov. Überall gibt es etwas zu entdecken, und ständig bleibt einer von uns stehen, weil irgendwo wieder ein schönes Gebäude, ein kleiner Durchgang oder eine interessante Ecke auftaucht.




Weißer Turm, Brasov, Rumänien



Die Schwarze Kirche ist natürlich nicht zu übersehen. Von dort lassen wir uns weiter durch die Altstadt treiben, steigen zum Schwarzen und Weißen Turm hinauf und genießen den Blick über die roten Dächer bis zu den Bergen. 





Blick vom weißen Turm auf Brasov, Rumänien

Weberbastei, Brasov, Rumänien



Auch die Weberbastei schauen wir uns an. Die dicken Mauern und Türme sind ziemlich beeindruckend, vor allem wenn man sich vorstellt, dass diese Anlagen früher tatsächlich dem Schutz der Stadt dienten. Heute spazieren wir völlig entspannt daran entlang.




Achtung "Bär", Brasov, Rumänien


Wobei „entspannt“ an einer Stelle durchaus relativ ist: Direkt neben dem offiziellen Rundgang auf der Stadtmauer beginnt der Wald – und dort wird tatsächlich vor Bären gewarnt. Ein ziemlich bemerkenswerter Hinweis mitten in der Stadt. Wir schauen sicherheitshalber etwas genauer in Richtung Wald und entscheiden, dass wir mit dem Schwarzen und Weißen Turm heute schon genug Höhenmeter gesammelt haben.



Fußgängerzone Brasov, Rumänien
Was uns an Brașov besonders gefällt: Die Stadt fühlt sich trotz ihrer vielen Sehenswürdigkeiten nicht wie ein einziges großes Freilichtmuseum an. Es ist Leben auf den Straßen, Menschen sitzen in Cafés, irgendwo läuft Musik – und zwischen all den historischen Gebäuden findet ganz normaler Alltag statt.

Wir lassen uns treiben, schauen hier und da hinein und stellen irgendwann fest: So kann man einen Tag auch verbringen.



Nur zurück zu unserer Unterkunft müssen wir dann noch.

Und da wären wir wieder beim Thema Berg.

Unterkunft am Berg, Brasov, Rumänien
Unser Apartment liegt nämlich ziemlich weit oben. Und mit „ziemlich weit oben“ meine ich: Die Straßen sind teilweise so steil, dass man sich beim Hochlaufen fragt, ob man nicht versehentlich eine Bergwanderung gebucht hat.

Dafür ist es ruhig.

Außerdem verfügt das Apartment über zwei Dinge, die sich heute als ausgesprochen wertvoll herausstellen: Heizung und Waschmaschine.


Die Waschmaschine läuft irgendwann, wir machen es uns gemütlich und die Heizung darf zeigen, was sie kann. Nach mehreren Wochen unterwegs fühlt sich so ein warmes Apartment plötzlich ziemlich luxuriös an.

Draußen sind es gerade einmal 12 Grad, drinnen ist es warm, die Wäsche dreht ihre Runden – und wir lassen den Tag langsam ausklingen.

Kloster, Festung, Dracula, Brașov und ein Berg zum Abschluss.

Mehr kann man in einen Tag eigentlich kaum reinpacken. Jetzt reicht's aber auch – Füße hoch und morgen sehen wir weiter.


Katarinentor, Brasov, Rumänien

Stadtmauer mit Wehrtürmen, Brasov, Rumänien

Piața Sfatului, Brasov, Rumänien

Samstag, 19. September 2026

Sibiu – wunderschön, nur das Parken ist eine Wissenschaft

Sibiu, Rumänien

Wir sind gerade erst in Sibiu angekommen und eigentlich ziemlich zufrieden mit uns: Unterkunft gefunden, Tribunei Nest ist ein Volltreffer, mitten in der Stadt – und dann entdecken wir auch noch direkt gegenüber unseres Hauses einen Parkplatz. Zehn Minuten zu Fuß bis ins Zentrum. Perfekt!


Eingang zum Tribunei Nest, Sibiu

Wir steigen aus, schauen uns an und denken: Das läuft heute ja mal richtig gut.

Bis uns einfällt, dass man einen Parkplatz in Sibiu vermutlich nicht einfach nur findet, sondern auch bezahlen muss.





3 Euro für den Tag. Kein Problem. Also suchen wir den Parkautomaten. Der steht tatsächlich direkt vor uns. Nur: kaputt. Na gut. Dann eben der nächste. Kaputt.

Der nächste? Auch kaputt.

Jetzt wird es langsam interessant. Offenbar ist hier nicht der Parkplatz das Problem, sondern die Bezahlung desselben.

Tribunei Nest, Sibiu, Rumänien
Am Automaten klebt immerhin ein QR-Code. Sehr modern. Also Handy raus, scannen – und natürlich funktioniert das Ganze bei uns nicht. Dann gibt es noch eine Park-App. Die allerdings mit unserem deutschen Handy nicht funktioniert. So langsam fragen wir uns, ob Sibiu vielleicht gar nicht möchte, dass Touristen hier parken.

Also auf zur Touristeninformation.




Und dort bekommen wir tatsächlich die Lösung. Sie lautet nicht App, QR-Code oder irgendein kompliziertes Online-System.

Sie lautet: Kiosk.

In einem kleinen Kiosk in der Fußgängerzone gibt es noch die guten alten Papiertickets. Tag und Monat ankreuzen, ins Auto legen – fertig.

Wir besitzen wieder ein gültiges Parkticket und fühlen uns ein bisschen so, als hätten wir gerade eine besonders schwierige Schatzsuche erfolgreich beendet.

Und jetzt können wir uns endlich um das kümmern, weshalb wir eigentlich hier sind: Sibiu.

Und das ist zum Glück wesentlich einfacher als das Parken.

Sibiu, Rumänien

Schon nach den ersten Metern sind wir ziemlich begeistert. Die Stadt hat diese angenehme Mischung aus groß und gemütlich, prächtig und trotzdem irgendwie entspannt. Drei riesige Plätze bilden das Zentrum, jeder mit seinem ganz eigenen Gesicht. Große historische Häuser stehen dicht an dicht, dazwischen Cafés, Menschen, kleine Gassen und immer wieder überraschende Durchgänge. 



Wir laufen einfach los – und genau das ist hier offensichtlich die richtige Methode.


Sibiu, Rumänien


Denn plötzlich steht man vor einer Treppe, die hinunter in die Unterstadt führt. Also runter. Ein paar Minuten später geht es natürlich wieder irgendwo hinauf. Dann entdecken wir einen Durchgang, eine kleine Gasse, einen neuen Blick auf die Häuser. Sibiu ist eine Stadt, die einen ständig um die nächste Ecke lockt.




Sibiu, Rumänien


Besonders schön ist die alte Stadtmauer mit ihren Türmen. Und überhaupt gibt es überall etwas zu entdecken: historische Fassaden, kleine Details, Innenhöfe und diese vielen unterschiedlichen Perspektiven, die entstehen, sobald man nicht einfach nur von einem Sehenswürdigkeitspunkt zum nächsten marschiert. 




Wir haben heute keinen großen Plan. Und das ist wahrscheinlich das Beste, was man in Sibiu machen kann.

Einfach laufen, schauen, stehen bleiben, wieder weitergehen.

Nach den letzten Tagen mit Schlammvulkanen, Donaudelta und langen Autofahrten ist dieser Stadtbummel genau das richtige Kontrastprogramm. Kein Berg muss erklommen, kein Wanderweg bezwungen und keine spektakuläre Landschaft gesucht werden.

Nur eine wunderschöne Stadt, die man sich ganz gemütlich erlaufen kann.

Sibiu – eine Stadt zum Verlieben.

Und immerhin wissen wir jetzt auch, wie man hier parkt. Falls der Kiosk offen hat. 


Lügenbrücke, Sibiu, Rumänien

Sibiu, Rumänien

Sibiu, Rumänien

Sibiu, Rumänien

Sibiu, Rumänien
Sibiu, Rumänien


Sibiu, Rumänien

Sibiu, Rumänien

Sibiu, Rumänien

Sibiu, Rumänien

Sibiu, Rumänien




Freitag, 18. September 2026

Erst einmal Füße hoch – dann hoch hinaus

Old Court, Curtea de Arges, Rumänien

Nach den vielen Eindrücken der vergangenen Tage war Curtea de Argeș genau der richtige Ort für eine kleine Verschnaufpause. Und dafür hätten wir kaum eine passendere Unterkunft finden können als das Old Court.

Old Court, Curtea de Arges, Rumänien

Das kleine Häuschen ist rund 150 Jahre alt und hat genau den Charme, den man sich bei so einer Unterkunft wünscht: alte Mauern, ein wunderschöner Garten mit Bäumen und Blumen – und einen richtigen Balkon. Also einen, auf dem man sitzen kann, ohne dabei akrobatische Fähigkeiten entwickeln zu müssen.





Old Court, Curtea de Arges, Rumänien

Unsere Gastgeberin war sehr freundlich und unkompliziert, und so verbrachten wir einen wunderbar entspannten Nachmittag im Garten und auf dem Balkon. Kein Sightseeing, kein „Wir müssten eigentlich noch …“. Einfach mal sitzen, schauen und nichts tun.


Denn am nächsten Morgen wollten wir früh los. Unser Ziel: die Transfăgărășan.

Transfăgărășan

Die berühmte Passstraße durch die Făgăraș-Berge wollten wir möglichst früh erwischen. Zum einen wegen des Verkehrs, zum anderen, weil wir natürlich nicht fünf Minuten später schon wieder irgendwo im Stau stehen wollten.

Transfăgărășan, Rumänien

Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt. Das Wetter war hervorragend, die Straße noch angenehm leer und die Berge zeigten sich von ihrer besten Seite.

Wobei „wir fahren früh los“ bei uns offenbar nicht automatisch bedeutet, dass wir auch besonders schnell irgendwo ankommen.




Denn die Transfăgărășan ist eine einzige Einladung zum Anhalten.

Stopp. Foto. Weiterfahren. Nächster Stopp. Noch ein Foto.


Capra-Wasserfall, Transfăgărășan, Rumänien

Und natürlich musste auch der Capra-Wasserfall besichtigt werden. Das Wasser rauscht aus den Bergen herunter und sorgt dafür, dass man sich schon wieder fragt, warum man eigentlich weiterfahren sollte.






Doch irgendwann ging es tatsächlich weiter nach oben.

Je höher wir kamen, desto spektakulärer wurde die Landschaft. Und dann lag er vor uns: der Bâlea-See, mitten in der Bergwelt.


Bâlea-See, Transfăgărășan, Rumänien

Aber eigentlich wartet man bei der Transfăgărășan ja auf etwas anderes: die berühmten Haarnadelkurven.

Und die sind tatsächlich so spektakulär, wie man sie von den Fotos kennt.


Transfăgărășan, Rumänien

Von oben sieht man die Straße, wie sie sich in engen Kurven durch die Landschaft windet. Und natürlich muss man sich das Ganze nicht nur einmal anschauen. Schließlich fährt man hier nicht jeden Dienstag vorbei.

Also wieder: aussteigen, schauen, fotografieren.

Irgendwann hatten wir vermutlich mehr Bilder von Serpentinen als von Menschen auf der Reise.

Transfăgărășan, Rumänien

Der eigentliche Höhepunkt kam allerdings erst später.

Plötzlich saß direkt neben der Straße ein Bär.


Transfăgărășan, Rumänien

Nicht weit entfernt, nicht irgendwo hinten am Berghang, sondern so nah, dass man sehr schnell verstand, warum man hier besser nicht aussteigt.

Der Bär selbst war tiefenentspannt. Er saß da und wartete offenbar auf das, worauf viele Bären entlang der Transfăgărășan inzwischen warten: Futter von Autofahrern.

Transfăgărășan, Rumänien



Für uns war der Anblick natürlich spektakulär. Gleichzeitig ist es alles andere als schön, wenn wilde Tiere gelernt haben, dass Menschen und Autos eine mögliche Mahlzeit bedeuten. Genau dadurch werden sie an die Straße gelockt und geraten in gefährliche Situationen.




Aber beeindruckend war die Begegnung trotzdem.

Und so wurde aus unserer Fahrt über die Transfăgărășan ein ziemlich perfekter Tag: bestes Wetter, kaum Verkehr, Wasserfall, Bergsee, spektakuläre Serpentinen – und zum Schluss noch ein Bär am Straßenrand.

Mehr kann eine Passstraße eigentlich nicht liefern.