Samstag, 19. September 2026

Sibiu – wunderschön, nur das Parken ist eine Wissenschaft

Sibiu, Rumänien

Wir sind gerade erst in Sibiu angekommen und eigentlich ziemlich zufrieden mit uns: Unterkunft gefunden, Tribunei Nest ist ein Volltreffer, mitten in der Stadt – und dann entdecken wir auch noch direkt gegenüber unseres Hauses einen Parkplatz. Zehn Minuten zu Fuß bis ins Zentrum. Perfekt!


Eingang zum Tribunei Nest, Sibiu

Wir steigen aus, schauen uns an und denken: Das läuft heute ja mal richtig gut.

Bis uns einfällt, dass man einen Parkplatz in Sibiu vermutlich nicht einfach nur findet, sondern auch bezahlen muss.





3 Euro für den Tag. Kein Problem. Also suchen wir den Parkautomaten. Der steht tatsächlich direkt vor uns. Nur: kaputt. Na gut. Dann eben der nächste. Kaputt.

Der nächste? Auch kaputt.

Jetzt wird es langsam interessant. Offenbar ist hier nicht der Parkplatz das Problem, sondern die Bezahlung desselben.

Tribunei Nest, Sibiu, Rumänien
Am Automaten klebt immerhin ein QR-Code. Sehr modern. Also Handy raus, scannen – und natürlich funktioniert das Ganze bei uns nicht. Dann gibt es noch eine Park-App. Die allerdings mit unserem deutschen Handy nicht funktioniert. So langsam fragen wir uns, ob Sibiu vielleicht gar nicht möchte, dass Touristen hier parken.

Also auf zur Touristeninformation.




Und dort bekommen wir tatsächlich die Lösung. Sie lautet nicht App, QR-Code oder irgendein kompliziertes Online-System.

Sie lautet: Kiosk.

In einem kleinen Kiosk in der Fußgängerzone gibt es noch die guten alten Papiertickets. Tag und Monat ankreuzen, ins Auto legen – fertig.

Wir besitzen wieder ein gültiges Parkticket und fühlen uns ein bisschen so, als hätten wir gerade eine besonders schwierige Schatzsuche erfolgreich beendet.

Und jetzt können wir uns endlich um das kümmern, weshalb wir eigentlich hier sind: Sibiu.

Und das ist zum Glück wesentlich einfacher als das Parken.

Sibiu, Rumänien

Schon nach den ersten Metern sind wir ziemlich begeistert. Die Stadt hat diese angenehme Mischung aus groß und gemütlich, prächtig und trotzdem irgendwie entspannt. Drei riesige Plätze bilden das Zentrum, jeder mit seinem ganz eigenen Gesicht. Große historische Häuser stehen dicht an dicht, dazwischen Cafés, Menschen, kleine Gassen und immer wieder überraschende Durchgänge. 



Wir laufen einfach los – und genau das ist hier offensichtlich die richtige Methode.


Sibiu, Rumänien


Denn plötzlich steht man vor einer Treppe, die hinunter in die Unterstadt führt. Also runter. Ein paar Minuten später geht es natürlich wieder irgendwo hinauf. Dann entdecken wir einen Durchgang, eine kleine Gasse, einen neuen Blick auf die Häuser. Sibiu ist eine Stadt, die einen ständig um die nächste Ecke lockt.




Sibiu, Rumänien


Besonders schön ist die alte Stadtmauer mit ihren Türmen. Und überhaupt gibt es überall etwas zu entdecken: historische Fassaden, kleine Details, Innenhöfe und diese vielen unterschiedlichen Perspektiven, die entstehen, sobald man nicht einfach nur von einem Sehenswürdigkeitspunkt zum nächsten marschiert. 




Wir haben heute keinen großen Plan. Und das ist wahrscheinlich das Beste, was man in Sibiu machen kann.

Einfach laufen, schauen, stehen bleiben, wieder weitergehen.

Nach den letzten Tagen mit Schlammvulkanen, Donaudelta und langen Autofahrten ist dieser Stadtbummel genau das richtige Kontrastprogramm. Kein Berg muss erklommen, kein Wanderweg bezwungen und keine spektakuläre Landschaft gesucht werden.

Nur eine wunderschöne Stadt, die man sich ganz gemütlich erlaufen kann.

Sibiu – eine Stadt zum Verlieben.

Und immerhin wissen wir jetzt auch, wie man hier parkt. Falls der Kiosk offen hat. 


Lügenbrücke, Sibiu, Rumänien

Sibiu, Rumänien

Sibiu, Rumänien

Sibiu, Rumänien

Sibiu, Rumänien
Sibiu, Rumänien


Sibiu, Rumänien

Sibiu, Rumänien

Sibiu, Rumänien

Sibiu, Rumänien

Sibiu, Rumänien




Freitag, 18. September 2026

Erst einmal Füße hoch – dann hoch hinaus

Old Court, Curtea de Arges, Rumänien

Nach den vielen Eindrücken der vergangenen Tage war Curtea de Argeș genau der richtige Ort für eine kleine Verschnaufpause. Und dafür hätten wir kaum eine passendere Unterkunft finden können als das Old Court.

Old Court, Curtea de Arges, Rumänien

Das kleine Häuschen ist rund 150 Jahre alt und hat genau den Charme, den man sich bei so einer Unterkunft wünscht: alte Mauern, ein wunderschöner Garten mit Bäumen und Blumen – und einen richtigen Balkon. Also einen, auf dem man sitzen kann, ohne dabei akrobatische Fähigkeiten entwickeln zu müssen.





Old Court, Curtea de Arges, Rumänien

Unsere Gastgeberin war sehr freundlich und unkompliziert, und so verbrachten wir einen wunderbar entspannten Nachmittag im Garten und auf dem Balkon. Kein Sightseeing, kein „Wir müssten eigentlich noch …“. Einfach mal sitzen, schauen und nichts tun.


Denn am nächsten Morgen wollten wir früh los. Unser Ziel: die Transfăgărășan.

Transfăgărășan

Die berühmte Passstraße durch die Făgăraș-Berge wollten wir möglichst früh erwischen. Zum einen wegen des Verkehrs, zum anderen, weil wir natürlich nicht fünf Minuten später schon wieder irgendwo im Stau stehen wollten.

Transfăgărășan, Rumänien

Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt. Das Wetter war hervorragend, die Straße noch angenehm leer und die Berge zeigten sich von ihrer besten Seite.

Wobei „wir fahren früh los“ bei uns offenbar nicht automatisch bedeutet, dass wir auch besonders schnell irgendwo ankommen.




Denn die Transfăgărășan ist eine einzige Einladung zum Anhalten.

Stopp. Foto. Weiterfahren. Nächster Stopp. Noch ein Foto.


Capra-Wasserfall, Transfăgărășan, Rumänien

Und natürlich musste auch der Capra-Wasserfall besichtigt werden. Das Wasser rauscht aus den Bergen herunter und sorgt dafür, dass man sich schon wieder fragt, warum man eigentlich weiterfahren sollte.






Doch irgendwann ging es tatsächlich weiter nach oben.

Je höher wir kamen, desto spektakulärer wurde die Landschaft. Und dann lag er vor uns: der Bâlea-See, mitten in der Bergwelt.


Bâlea-See, Transfăgărășan, Rumänien

Aber eigentlich wartet man bei der Transfăgărășan ja auf etwas anderes: die berühmten Haarnadelkurven.

Und die sind tatsächlich so spektakulär, wie man sie von den Fotos kennt.


Transfăgărășan, Rumänien

Von oben sieht man die Straße, wie sie sich in engen Kurven durch die Landschaft windet. Und natürlich muss man sich das Ganze nicht nur einmal anschauen. Schließlich fährt man hier nicht jeden Dienstag vorbei.

Also wieder: aussteigen, schauen, fotografieren.

Irgendwann hatten wir vermutlich mehr Bilder von Serpentinen als von Menschen auf der Reise.

Transfăgărășan, Rumänien

Der eigentliche Höhepunkt kam allerdings erst später.

Plötzlich saß direkt neben der Straße ein Bär.


Transfăgărășan, Rumänien

Nicht weit entfernt, nicht irgendwo hinten am Berghang, sondern so nah, dass man sehr schnell verstand, warum man hier besser nicht aussteigt.

Der Bär selbst war tiefenentspannt. Er saß da und wartete offenbar auf das, worauf viele Bären entlang der Transfăgărășan inzwischen warten: Futter von Autofahrern.

Transfăgărășan, Rumänien



Für uns war der Anblick natürlich spektakulär. Gleichzeitig ist es alles andere als schön, wenn wilde Tiere gelernt haben, dass Menschen und Autos eine mögliche Mahlzeit bedeuten. Genau dadurch werden sie an die Straße gelockt und geraten in gefährliche Situationen.




Aber beeindruckend war die Begegnung trotzdem.

Und so wurde aus unserer Fahrt über die Transfăgărășan ein ziemlich perfekter Tag: bestes Wetter, kaum Verkehr, Wasserfall, Bergsee, spektakuläre Serpentinen – und zum Schluss noch ein Bär am Straßenrand.

Mehr kann eine Passstraße eigentlich nicht liefern.



Mittwoch, 16. September 2026

Bukarest – Verkehrschaos, kleine Häuser und ganz große Geschichte

Alt und neu direkt neben einander - Bukarest, Rumänien

Bukarest beginnt für uns erst einmal mit einem kleinen Nervenkitzel. Schon auf den großen Straßen ist ordentlich was los – Autos, Busse, Mopeds, Menschen und mittendrin wir. Der Verkehr wirkt manchmal so, als hätte jeder seine eigene Vorstellung davon, wer jetzt eigentlich Vorfahrt hat. Unser Navi versucht tapfer, uns durch das Gewusel zu führen, aber dann kommt das nächste Problem: Wir finden unser Apartment nicht.

Die Adresse stimmt. Das Navi sagt, wir seien praktisch schon da. Nur das Gebäude ist nirgends zu entdecken.

Irgendwann fragen wir uns durch und haben Glück: Ein paar Einheimische wissen tatsächlich, wo wir hinmüssen. Und damit nicht genug. Sie zeigen uns nicht nur den Eingang, sondern steigen kurzerhand bei uns ins Auto und fahren mit, um uns durch die Straßen direkt dorthin zu lotsen. So viel Hilfsbereitschaft hätten wir nun wirklich nicht erwartet.

Und dann verstehen wir auch, warum wir das Haus übersehen haben. Unser Apartment befindet sich in einem kleinen Gebäude mit gerade einmal fünf Stockwerken. In Bukarest fast schon ein Häuschen. Ringsherum stehen gewaltige Wohn- und Bürogebäude, und da geht so ein Fünfstöckler eben ziemlich leicht unter.

Die Wohnung selbst ist prima – und nach dieser Ankunft sind wir erst einmal froh, angekommen zu sein.


Kirche in der Altstadt, Bukarest, Rumänien


Am nächsten Tag geht es dann auf Entdeckungstour durch Bukarest. Und siehe da: Die Stadt kann auch ganz anders.





Früher eine Karawanserei, heute Restaurant



Wir starten in der Altstadt und sind ziemlich angetan. Hübsche historische Gebäude, kleine Gassen, Kirchen, Cafés und dazwischen jede Menge Menschen. Natürlich ist das Ganze touristisch, aber trotzdem hat die Altstadt ihren eigenen Charme und wirkt nicht wie eine auf Hochglanz polierte Kulisse.


Altstadt Bukarest, Rumänien

Altstadt Bukarest, Rumänien

Altstadt Bukarest, Rumänien

Stavropoleos-Kloster, Bukarest, Rumänien


Besonders schön finden wir das kleine Stavropoleos-Kloster. Mitten im Trubel der Altstadt öffnet sich plötzlich dieser ruhige, fast intime Ort. Ein paar Schritte weiter ist wieder Großstadt – hier drin ist davon kaum etwas zu spüren. 




Innenhof Stavropoleos-Kloster, Bukarest, Rumänien


Atheneum, Bukarest, Rumänien

Nach der Altstadt gönnen wir uns erst einmal eine Pause. Bukarest ist schließlich nicht unbedingt die Stadt, in der man möglichst viele Kilometer sammeln muss. Und nachdem wir inzwischen herausgefunden haben, dass die Metro ziemlich praktisch ist, nutzen wir sie auch ausgiebig. Unser Ziel ist schließlich nicht, abends mit qualmenden Füßen im Apartment zu sitzen.

Zum Abschluss geht es noch zum Parlamentspalast.

Oder genauer gesagt: zu dem gigantischen Bau, den Nicolae Ceaușescu während seiner Diktatur errichten ließ.

Parlamentspalast, Bukarest, Rumänien

Von außen ist das Gebäude schlicht überwältigend. Riesig, wuchtig und irgendwie völlig aus der Zeit gefallen. Man steht davor und fragt sich unweigerlich, wie jemand auf die Idee kommen konnte, so ein Monstrum mitten in die Stadt zu setzen. Gleichzeitig wird gerade hier die Dimension der damaligen Herrschaft ziemlich greifbar.

Heute sitzt dort das rumänische Parlament. Seine Entstehungsgeschichte bleibt trotzdem untrennbar mit Ceaușescu und der kommunistischen Diktatur verbunden, der dafür ein ganzes Stadtviertel abreißen ließ.

Damit endet unser Bukarest-Tag ziemlich passend: erst die lebendige Altstadt, dann Kunst im ehemaligen Königspalast und zum Schluss dieses gewaltige Relikt einer ganz anderen Epoche.

Und unser Eindruck von Bukarest?

Nach dem etwas chaotischen Start hat uns die Stadt richtig gut gefallen. Vor allem die Mischung aus Geschichte, Kunst, Großstadtleben und diesen manchmal ziemlich überraschenden Begegnungen mit den Menschen macht Bukarest für uns interessant.

Und dass uns völlig fremde Leute einfach ins Auto steigen, um uns zu unserem Apartment zu lotsen, war vielleicht die schönste Begrüßung, die diese Stadt uns geben konnte.


Dienstag, 15. September 2026

Wenn die Erde schlechte Laune hat

Pâclele Mari, Rumänien

Nach Kirchen, Klöstern, Holzschnitzereien, Schluchten und jeder Menge wunderschöner Landschaft war offenbar die Zeit gekommen, sich einmal etwas richtig Schmutziges anzuschauen: Schlammvulkane. 

Pâclele Mari, Rumänien

Klingt zunächst nicht unbedingt nach einem Höhepunkt einer Rumänienreise. „Heute schauen wir uns Schlamm an“ ist schließlich nicht der Satz, mit dem man bei Freunden normalerweise Fernweh auslöst. Aber rund um Berca nimmt die Erde das Thema erstaunlich ernst. Hier blubbert, zischt und quillt Schlamm aus dem Boden – und formt dabei eine Landschaft, die tatsächlich aussieht, als hätte jemand ein Stück Mond nach Rumänien verpflanzt. 

Es gibt zwei große Vulkanfelder: Pâclele Mari und Pâclele Mici. Groß und klein also. Wir nehmen selbstverständlich beide. Wenn man schon bis hierher fährt, kann man schließlich auch gleich beide Sorten Schlamm mitnehmen.


Pâclele Mari, Rumänien

Pâclele Mari – Schlamm mit Aussicht

Am späten Nachmittag geht es zunächst zu Pâclele Mari. Der Vorteil: Der Parkplatz ist bequem erreichbar und der Weg zum Vulkanfeld kurz. Das kommt meinem fußlahmen Mann durchaus entgegen. Wir haben schließlich nicht vor, ausgerechnet wegen ein paar blubbernder Erdklumpen eine Expedition zu starten.

Und dann stehen wir tatsächlich mittendrin.

Vor uns liegen graubraune Hügel, kleine Krater, Rinnen und Kegel. Aus einigen quillt langsam der Schlamm heraus. Nicht spektakulär schnell, eher nach dem Motto: Wir haben Zeit. Sehr viel Zeit.

Man kann den kleinen Vulkanen förmlich dabei zusehen, wie sie vor sich hin arbeiten. Blubb. Pause. Blubb. Pause.

Wobei man sich bei näherer Betrachtung fragt, ob das überhaupt noch Vulkane sind oder einfach nur besonders schlecht gelaunte Löcher im Boden.

Die Landschaft ist jedenfalls erstaunlich. Fast kein Grün, dafür graue und beige Erdformen, die sich über das Gelände ziehen. Bei entsprechendem Licht könnte man problemlos behaupten, man sei gerade auf einem anderen Planeten gelandet.

Nur die Besucher mit ihren Handys verraten, dass wir doch noch auf der Erde sind.


Pâclele Mari, Rumänien

Am nächsten Morgen: Teil zwei - Pâclele Mici

Eigentlich hätten wir es bei Pâclele Mari belassen können. Aber nun gibt es ja noch Pâclele Mici.

Also geht es am nächsten Morgen noch einmal los – diesmal ohne meinen Mann. Der darf sich vom Vortag erholen, während ich allein den kleineren Vulkanen einen Besuch abstatte.

Der Zugang vom Campingplatz aus ist etwas sportlicher. Es geht bergauf. Nicht dramatisch, aber genug, um daran erinnert zu werden, dass „Mici“ offenbar nur für die Vulkane gilt und nicht für den Höhenunterschied.

Oben angekommen, ist schnell klar: Das hat sich gelohnt.

Pâclele Mici, Rumänien

Pâclele Mici ist kleiner als Pâclele Mari, dafür stehen die Schlammkegel viel dichter zusammen. Überall kleine Krater und Hügel, manche trocken und rissig, andere mit frischem Schlamm. Das Ganze erinnert ein bisschen an eine riesige Kuchenlandschaft, bei der der Bäcker allerdings vergessen hat, Zucker, Mehl und Farbe mitzunehmen.

Pâclele Mici, Rumänien

Und wieder dieses Blubbern.

Man wartet fast darauf, dass einer der Kegel plötzlich sagt: „So, Feierabend für heute.“






Groß gegen klein

Welches der beiden Felder ist nun schöner?

Schwer zu sagen – und eigentlich auch völlig egal.


Pâclele Mici, Rumänien

Pâclele Mari hat die größere, offenere Landschaft und die beeindruckenderen großen Kegel.

Pâclele Mici wirkt dafür dichter, wilder und irgendwie lebendiger. Hier hat man das Gefühl, mitten in einem kleinen Vulkanviertel unterwegs zu sein, in dem die Nachbarn alle ein bisschen vor sich hin kochen.

Pâclele Mici, Rumänien

Zusammen sind die beiden Felder jedenfalls ein ziemlich ungewöhnliches Erlebnis.

Und wieder einmal zeigt sich: Rumänien kann offensichtlich alles. Mittelalterliche Klöster, spektakuläre Schluchten, endlose Landschaften – und zwischendrin einfach mal ein Haufen Schlamm, der mithilfe von Gas aus dem Boden blubbert.

Man muss sich nur darauf einlassen.


Und vielleicht Schuhe anziehen, die man anschließend nicht unbedingt zum Sonntagsessen tragen möchte.


Pâclele Mici, Rumänien


Sonntag, 13. September 2026

Murighiol – hinein in die Wasserwelt des Donaudeltas

Donaudelta, Rumänien

Nach Galati war es Zeit für einen kompletten Tapetenwechsel. Statt riesiger Straßen und sozialistischer Betonarchitektur erwartete uns in Murighiol das genaue Gegenteil: Wasser, Schilf, kleine Kanäle und jede Menge Natur.

Unsere Unterkunft Căsuțele Allora war dafür gleich der passende Einstieg. Drei kleine Häuschen stehen in einem wunderschönen Garten, dazu unsere ausgesprochen liebenswerte Gastgeberin Vali, bei der wir uns sofort wohlfühlten. Und auch kulinarisch wurden wir bestens versorgt – schließlich sind wir im Donaudelta. Was also auf den Tisch kam? Natürlich Fisch. Und zwar richtig guten.

Donaudelta, Rumänien



Eigentlich hatten wir für Sonntag eine längere Tour durch das Donaudelta geplant. Dann kam allerdings der Wetterbericht dazwischen: 100 Prozent Regenwahrscheinlichkeit. Da muss man nicht lange diskutieren.




Donaudelta, Rumänien


Also hieß es: Plan ändern – und zwar schnell.

Vali organisierte uns kurzerhand noch für den Nachmittag unserer Ankunft eine Bootstour. Zusammen mit einer rumänischen Reisegruppe ging es hinaus ins Delta. Und das war genau die richtige Entscheidung.




Donaudelta, Rumänien



Schon nach kurzer Zeit waren wir mitten in dieser faszinierenden Wasserwelt unterwegs. Schmale Kanäle, spiegelndes Wasser, dichtes Schilf und überall Vögel. 

Sehr viele Vögel.



Donaudelta, Rumänien


Die meisten waren natürlich deutlich schneller weg, als wir unsere Kameras in Position bringen konnten. Aber wir sahen Reiher, Kormorane und jede Menge anderes Federvieh – und sogar Pelikane. Zwar nur aus der Ferne, aber immerhin. Für die ganz große Pelikan-Nahaufnahme hätten wir vermutlich eine andere Tour buchen oder einfach deutlich bessere Augen haben müssen. 


Donaudelta, Rumänien



Ansonsten: einfach wunderschön. Je weiter wir mit dem Boot in die Wasserlandschaft hineinfuhren, desto mehr hatte man das Gefühl, in eine völlig andere Welt einzutauchen. Genau dafür waren wir schließlich hier. 




Und dann kam der Sonntag.

Der Wetterbericht hatte ausnahmsweise nicht übertrieben. Es regnete. Und regnete. Und regnete. Dazu war es plötzlich rund zehn Grad kälter als am Vortag.

Da sitzt man dann am Wasser und denkt sich: Eigentlich könnten wir jetzt unsere große Tour machen.

Könnten.

Wenn man gerne im Dauerregen auf einem Boot sitzt und anschließend versucht, durch eine nasse Scheibe irgendwelche Vögel zu erkennen.

Wir waren jedenfalls ziemlich froh über unsere spontane Planänderung. Dank Vali hatten wir schon am Ankunftstag eine wunderschöne Fahrt durchs Delta erlebt – und konnten den verregneten Sonntag entspannt aussitzen.

Manchmal ist ein Wetterumschwung eben auch ein ziemlich guter Reiseplaner.



Pelikane aus der Weite, Donaudelta, Rumänien

Donaudelta, Rumänien