Samstag, 12. Oktober 2019

Das Naturparadies schlechthin - die Galapagosinseln



Seelöwe, San Cristobal, Galapagos
Als nach meinem dummen Beinbruch klar wurde, dass ich zwar reisen kann, aber auf gar keinen Fall längere Trekkingtouren möglich sind, musste eine Alternative her. Und die lag eigentlich auf der Hand, die Galpagosinseln!

Krabbe, San Cristobal, Galapagos



Nicht gerade als Billigziel bekannt. Also, die Galapagos - kann man die überhaupt preiswert bereisen? Ein eindeutiges Ja, das geht. Halt dann nicht mit einer Kreuzfahrt, sondern mit Inselhopping und per Fähre.









Kicker Rock, San Cristobal, Galapagos
Wie geht man das an?
Letztendlich gibt es drei Inseln mit Städten und Hostels - San Cristobal, Santa Cruz und Isabela. Flughäfen haben San Cristobal und Santa Cruz.
Flugtechnisch macht es also Sinn, hin zu San Cristobal, zurück von Sata Cruz oder umgedreht.







Seelöwen, San Cristobal, Galapagos

Dann spart man sich schon mal eine der leidigen Fährüberfahrten.
Ich habe 10 Nächte auf den Inseln verbracht, Hinflug war nach San Cristobal, zurück von Santa Cruz. Je drei Übernachtungen auf jeder Insel, dazu eine Nacht in Santa Cruz vor dem Rückflug nach Guayaquil.
6 Nächte war ich im Einzelzimmer, 4 Nächte im Schlafsaal.





Auf jeder Insel habe ich eine Tour gemacht, die restliche Zeit habe ich auf eigene Faust die näher gelegenen Ziele erkundet.
San Cristobal, Blick auf Kicker Rock
Folgende Ausgaben sind angefallen, falls es wer nachmachen möchte.
Flug Guayaquil - San Cristobel / Santa Cruz - Guayaquil, 360 US
Nationalparkgebühren, 130 US
Hostels, 10 Nächte, 260 US
3 Touren, 440 US
3 Fährfahrten, 90 US
Watertaxis, 20 US
Fahrradmiete, 14 US
Essen und Trinken, 70 US
Taxis, 12 US
Insgesamt 1400 US = 1270 Euro


Natürlich ist das teurer als auf dem Festland in Ecuador. Aber hey, das sind die Galapagosinseln! Früher war das nur möglich für Superreiche und mit einer Kreuzfahrt, aber Inselhopping ist auch für Backpackers möglich.

360 Grad Tour, Galapagos

Was hätte ich anders gemacht, wenn ichs gewusst hätte? Mir fällt da nicht wirklich was ein. Für mich war die Aufteilung mit je drei Tagen pro Insel optimal.










Schnocheln bei den Tuneles, Isabela

Wer schnorcheln will UND in der Regenzeit dort ist - am besten war schnorcheln bei den "Tuneles" auf Isabela. Dort ist fast kein Wellengang, daher ist das Wasser klarer als z.B. auf der 360 Grad Tour bei San Cristobal. Mir hat beides gefallen, aber war sparen will und nur eine Tour machen will, sollte lieber die Tuneles machen als die 360 Grad Tour! Zumindest in der Regenzeit.
Leguan, Galapagos

Ansonsten kann man viel selber machen, auf allen drei Inseln. Strände mit Seelöwen auf San Cristobal, Strände und Darwin Center auf Santa Cruz, Radfahren zur Mauer der Tränen und viel Strand mit Seelöwen und Leguanen auf Isabela.







 
Welche Insel ist am schönsten? Das ist sicher Geschmacksfrage, aber mein persönlicher Favorit ist Isabela. Die Stadt hat nur 2000 Einwohner, das war mir einfach lieber als Santa Cruz mit seinen
20 000 Menschen.

Seelöwen, San Cristobal, Galapagos

360 Grad Tour, San Cristobal, Galapagos

Pelikan, Galapagos

Fregattvogel, Nord-Seymour, Galapagos

Leguan, Nord-Seymour, Galapagos

Blaufußtölpel, Galapagos

Galapagos

Pelikan, Galapagos

Leguan, Isabela, Galapagos

Pelikan, Isabela, Galapagos

Leguan, Isabela, Galapagos

Leguan, Isabela, Galapagos

Blaufußtölpel, Tuneles, Isabela, Galapagos

Seelöwen, Isabela, Galapagos

Seelöwe, Isabela, Galapagos


Riesenschildkröte, Isabela, Galapagos

Wasserschildkröte, Tuneles, Isabela, Galapagos

Seepferdchen, Tuneles, Isabela, Galapagos

Hai, Tuneles, Isabela, Galapagos

Stimmt - Bus auf Isabela, Galapagos







Sonntag, 29. September 2019

Das verrückteste Festival der Welt - Mama Negra in Latacunga

Mama Negra Festival, Lacunga, Ecuador
Mama Negra Festival, Lacunga, Ecuador


Latacunga - nie gehört? Hatte ich vorher auch nicht. Latacunga ist alles andere als der Nabel der Welt. An 363 Tagen im Jat ist hier nix los - an den anderen beiden findet das Mama Negra Festival statt. Mama Negra reitet dann durch die Stadt, Engel und Prinzen sind unterwegs, unzählige Kappellen spielen auf, junge Frauen und Männer tanzen stundenlang.





Mama Negra Festival, Lacunga, Ecuador


Aber die Show gehört den Schweinen. Kein Witz - den Schweinen, die dafür ihr Leben lassen mussten. Sie hängen an riesigen Gestellen und werden von starken Männern stundenlang durch die Straßen getragen. Nicht nur Schweine hängen da, sondern auch Meerschweinchen und Hühner. Außerdem flaschenweise Alkohol...





Mama Negra Festival, Lacunga, Ecuador


Kleine Buben tragen mächtig stolz Attrappen-Mini-Schweine durch die Gegend....











Mama Negra Festival, Lacunga, Ecuador

Alkohol fliesst hier in Strömen. Wohl meinende Festivalbesucher sind schon mal mit einem 5-Liter-Kanister selbst gebranntem Schnaps unterwegs, um die Männer in der Parade tatkräftig zu unterstützen. Zufortgeschrittener Zeit trinken auch die Frauen kräftig mit.
Das Ganze ist eine eine ausgelassene Party mit religiösem und kolonialem Hintergrund.
Warum also gibt es das Mama Negra Fest?



Mama Negra Festival, Lacunga, Ecuador

Grund für die Feierlichkeiten ist ein Ausbruch es Cotopaxi im Jahre 1742. Lange hatten die Mesnchen die Befürchtung, dass der Vulkan die Stadt Latacunga zerstören wird. Die Einheimischen beteten zur "Virgin de la Merced". Als der Vulkan die Stadt tatsächlich nicht zerstörte, wurde ein Fest zu Ehren der Jungfrau begonnen und diese Tradition hält bis heute an.





In etwa zur Zeit der Eruption wurden Sklaven aus Afrika in diese Gegend gebracht. Sie sollten in den Minen der Stadt arbeiten. Die schwarzen Mitbewohner wurden in das Festival mit einbezogen und bis heute färben die Menschen in der Parade ihre Gesichter schwarz.

Mama Negra Festival, Lacunga, Ecuador

Mama Negra Festival, Lacunga, Ecuador

Mama Negra Festival, Lacunga, Ecuador

Mama Negra Festival, Lacunga, Ecuador
Mama Negra Festival, Lacunga, Ecuador

Mama Negra Festival, Lacunga, Ecuador



Freitag, 27. September 2019

Straße der Vulkane

Cotopaxi, Ecuador
"Straße der Vulkane" - diesen Namen hat Alexander von Humboldt dem Gebiet zwischen Quito und Riobamba gegeben. Auf rund 150km erstreckt sich eine schier unendliche Zahl von Vulkanen auf der Route, die zum Teil schneebedeckt die östliche und westliche Kordillere bilden. Zwischen beiden Ketten der Anden, die im Mittel ca. 50 km voneinander als Cordillera Occidental und Cordillera Oriental verlaufen, liegt auf 2.300-3.000 Meter Höhe das 400 km lange Zentralplateau. Dort sind die Kegel von über 30 Vulkanen zu sehen.

Cotopaxi, Ecuador

Die höchsten Berge sind der Cotopaxi (5897 Meter) und der Chimborazo (6263 Meter). Zwischen den Kordilleren verläuft die Panamericana und bietet eine wunderbaren Aussicht und Ausgangspunkt für Ausflüge in die Berge.
Natürlich wollte ich den Bergen näher kommen und nicht nur von der Panamericana aus schauen. Deswegen habe ich mich in Latacunga, einem eher nichtssagenden Ort auf 2800 Metern Höhe eingemietet. Von hier aus sind es nur etwa 35 Kilometer bis zum Cotopaxi. Aber der Berg macht es einem nicht leicht. Zum einen ist es schon in Latacunga ziemlich kalt, vom Cotopaxi selbst ganz zu schweigen...

Cotopaxi, Ecuador

Trotzdem, raus aus dem warmen Bett, Schnellfrühstück um 7 Uhr und los gehts. 2 Stunden später und nun auf 4600 Höhenmetern schaut das Ganze nochmal anders aus. Superkalt, höllischer Wind, Nebel, Wolken. Immerhin hatte der Wind auch was gutes - er treibt Wolken und Nebel hin und her und gibt immer wieder mal die Sicht auf dem Berg frei.... Da fällt das Atmen gleich doppelt schwer - die Höhe und die Sicht auf dem Berg, wenn er grad mal nicht in Wolken ist, ist buchstäblich atemberaubend!

Quilotoa ist das andere Ziel, das ich mir von Latacunga aus vorgenommen habe. Zwei Stunden röchelt der altersschwache Bus die Serpentinen hinauf, dann sind wir endlich im Dorf mit seinen gefühlt 20 Häusern. Aber das Dorf ist nicht der Grund für diese Busreise, das ist der türkise See. Das Wasser hat seine Farbe von diversen Mineralien, die durch die Vulkantätgkeit in den See gelangen. Schwimmen kann man in diesem Wasser nicht. In erster Linie wegen der Mineralien, aber auch wegen der Kälte dieser See liegt immerhin auf knapp 4000 Metern Höhe....

Laguna da Quilotoa, Ecuador

Laguna da Quilotoa, Ecuador

Laguna da Quilotoa, Ecuador

Sonntag, 22. September 2019

Quito - in der höchsten Hauptstadt der Welt

Plaza Grande, Quito, Ecuador
Straße in Quto, Ecuador


Erst habe ich mich noch gewundert, warum mir in Quito das eine Gehen etwas schwer fällt... Ja, natürlich, der Fuß ist noch nicht zu 100% belastbar. ABER - hier kommt die Höhe dazu, Quito liegt auf 2850 Metern. Damit nicht getan, die Stadt liegt in einem Höhental, das nur 3-4 Kilometer breit ist. Will sagen, an den Rändern (und nicht nur dort!) gehts gerne auch mal steil bergauf, aber kaum bergab....






Ich kam mir beim Laufen vor wie 100 Jahre.... wenn nicht mehr....
Immerhin war ich so schlau und habe ein Hotel mitten in der Altstadt gebucht. Dann ist es wenigstens nicht so weit, wenn das Laufen schon ein Problem ist...





Kirche Quito, Ecuador


Die Altstadt von Quito gehört seit 1983 zum Weltkulturerbe der Menschheit. Ich kann mich nicht erinnern, jemals eine Stadt mit so vielen Kirchen gesehen zu haben! Und diese Kirchen haben es in sich. Es scheint gerade so, als hätten die spanischen Eroberer das viele Gold der einheimischen Inkas in die Gestaltung der Kirchen gesteckt. (wie wir wissen, wurde noch viel mehr außer Landes und nach Spanien gebracht).



 
Kiche Quito, Ecuador


Die Pracht in den Kirchen ist unbeschreiblich. Normalerweise mag ich diese völlig überladenen Kirchen nicht, aber das viele Gold in Quitos Kirchen ist schon nochmal eine Nummer anders als die Kirchen bei uns.








Lama als Zaungast bei der Geburt Jesu, Quito

Die spanischen Eroberer und im Gefolge die katholischen Priester waren sehr darauf aus, die einheimische Bevölkerung zum "rechten", also natürlich katholischen, Glauben zu bekehren. Sie schreckten nicht davor zurück, bei den Bildern ziemlich zu tricksen. So stehen neben dem frisch geborenen Jesuskind nicht Esel und Schaf im Stall, sondern ein Lama schaut dem Ganzen zu.... Was für billige Tricks, um der einheimische Bevölkerung die neue Religion schmackhaft zu machen.



Teleferiqo Seilbahn auf den Cruz Loma, Quito, Ecuador

Wie gesagt, Quito liegt sehr hoch, aber man kann immer auch noch höher hinaus. Einen ganz besonders tollen Aussichtspunkt erreicht man mit der Seilbahn.
Die Teleferiqo-Seilbahn beginnt auf gut 3000 Metern Höhe und bringt einen in knapp 10 Minuten auf 4050 Meter auf die Bergflanke Cruz Loma.







Blick auf Quito, Ecuador

Dieser Berg gehört zum Vulkan Pichincha. Er ist der Hausberg von Quito und ist 4690 Meter hoch. Den Berg kann man besteigen, aber da hielt sich mein Ehrgeiz dann doch sehr in Grenzen. Schnappatmung ist eh das wenigste, was einem beim Aussteigen aus der Gondel blüht - wegen der dünnen Luft, aber auch wegen der Aussicht. Leider waren die Tage, die ich in Quito verbracht habe, allesamt wolkig, sonst wäre die Sicht noch besser gewesen.




Von hier oben kann man an klaren Tagen auch diverse Vulkane, u.a. den Cotopaxi sehen. An mehreren Aussichtspunkten gibt es Holzliegen, die gerade von kurzatmigen Touristen gerne genutzt werden. Die Einheimischen haben mit der Höhe kein Problem. Für sie ist es ja auch "nur" 1000 Meter höher als "normal".
Aussichtspunkt, Hintergrund Vulkan Pichincha

Kathedrale, Quito, Ecuador

Kathedrale, Quito, Ecuador

Kirche Santo Domingo, Quito, Ecuador

Altstadt Quito, Ecuador

Altstadt Quito, Ecuador