Montag, 21. Oktober 2019

Der Herr von Sipan - unterwegs zwischen Gräbern, Tempeln und einem Museum

Grab Sipan, bei Chiclayo, Peru
Februar 1987:  Grabräuber entdecken ein uraltes Grab in der Nähe des Dorfes Sipán und plünderten es. Das ganze Dorf wird daraufhin vom Goldfieber gepackt. Das fällt schnell auf und ruft die Polizei auf den Plan.  Gold, Edelsteine und uralte Knochen werden beschlagnahmt.

Gräber Sipan, bei Chiclayo, Peru

Der Kommandant ruft den Archäologen Dr. Walter Alva. Dieser ist Direktor des Brüning-Museums für Archäologie im nahen Lambayeque. Aufgrund der Qualität der Goldarbeiten geht Dr. Alva davon aus, das die Schmuckstücke aus einem Grab einer wichtigen Persönlichkeit stammen. Inzwischen gehen die Plünderungen weiter, professionelle Raubgräber kommen dazu. Erst im April gelingt es Dr. Walter Alva, Rettungsgrabungen zu organisieren.



Dann, nach Monaten der Durchbruch: das unversehrte Grab eines Moche-Herrschers - der Herr von Sipan war gefunden!
Er wurde nicht alleine bestattet -  mit im Grab lagen seine Konkubinen und Angehörige seines Volkes. Die Archäologen gehen davon aus, dass zumindest einige von ihnen geopfert worden sind, um den Herrscher ins Jenseits zu begleiten.

Grab von Sipan, Chiclayo, Peru
Heute sind die Grabbeigaben im Museum zu sehen, die Skelette des Herrn von Sipan, seiner Konkubinen und diversen Lamas.

Grabbeigaben von Sipan, Chiclayo
In den Gräbern liegen heute Repliken der Skelette, sodass sich die Besucher vorstellen können, was Dr. Alva und sein Team damals vorgefunden haben.

Tempel Sipan, bei Chiclayo, Peru
Bei diesen Gräbern handelt es sich um das wichtigste Zeugnis aus der Kultur der Moche, die vom 1.-8. Jahrhundert in Nordperu gelebt haben. Im 8. Jahrhundert verschwanden die Moche auf einmal. Die Archäologen gehen davon aus, dass die Menschen aus dieser Zeit ein Opfer des Phänomens El Nino geworden sind. Zuerst über mehrere Jahrzehnte starke Regenfälle, die die Bewässerungssysteme zerstört haben. Danach eine Dürre, die 30 Jahre angedauert hat.



Damals haben die Moche die großen Städte aufgegeben und sind in kleinere Siedlungen gezogen. Trotzdem kam es vermutlich zu Kriegen um die letzten verbliebenen Nahrungs- und Wasserressourcen. Durch die folgende Hungersnot und daraus entstandene Unruhen ging die Moche-Kultur unter.

Royal Tombs of Sipan Museum, Lambayeque, Peru