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| Bicazschlucht, Rumänien |
Nach den vielen Klöstern der vergangenen Tage war heute endlich wieder Natur angesagt. Und was für welche! Wir fahren zur Bicazschlucht und zum Roten See – zwei der bekanntesten Landschaftsziele in den rumänischen Karpaten.
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| Bicazschlucht, Rumänien |
Die Fahrt dorthin macht schon Spaß. Je weiter wir kommen, desto bergiger wird es, die Straßen kurven sich durch die Landschaft und irgendwann wird es richtig spektakulär.
Dann kommt die Bicazschlucht.
Und die ist tatsächlich mega-eng.
Die Felswände ragen links und rechts 300 Meter steil nach oben, während sich Straße und Fluss irgendwo dazwischen ihren Platz suchen. Man fährt durch eine Landschaft, bei der man ständig denkt: Wow! Und gleich danach: Wo sollen denn hier eigentlich die ganzen Autos hin? Auch wenn es auf den Fotos nicht so aussieht - es gibt Auto hier, viele Autos...
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| Bicazschlucht, Rumänien |
Denn genau das ist das Problem: Die Bicazschlucht ist längst kein Geheimtipp mehr.
Die Landschaft ist großartig, der Tourismus ebenfalls – nur leider im Sinne von sehr viel davon. Verkaufsstände, Souvenirs, Imbisse, Autos, Busse, Menschen. Anhalten ist angesichts der engen Straße ohnehin schon eine Herausforderung, und natürlich möchten ungefähr alle gleichzeitig genau dort fotografieren, wo es am schönsten ist.
Wir lassen uns davon die Landschaft nicht verderben. Die Felsen sind einfach beeindruckend, und die Schlucht wird tatsächlich immer spektakulärer, je enger sie wird. Man muss eben ein bisschen darüber hinwegsehen, dass man die Natur hier nicht ganz für sich allein hat.
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| Bicazschlucht, Rumänien |
Weiter geht es zum Roten See. Der Lacul Roșu entstand durch einen gewaltigen Erdrutsch, der den Fluss aufstaute. Besonders charakteristisch sind die abgestorbenen Baumstämme, die noch heute aus dem Wasser ragen.
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| Lacul Roșu, Rumänien |
Und auch hier: wunderschöne Landschaft, aber ganz offensichtlich kein Ort, den wir heute als Erste entdeckt haben.
Rund um den See ist ordentlich Betrieb. Restaurants, Verkaufsstände, Souvenirs und jede Menge Besucher gehören inzwischen genauso zum Bild wie die Berge und der See.
Schade eigentlich, denn die Landschaft hätte durchaus das Zeug für einen stillen, abgelegenen Bergsee. Stattdessen gibt es eben Parkplatzsuche und Menschenmengen.
Aber gut: Wir sind selbst Teil des Problems. Schließlich sind wir ja auch da.
Also schauen wir uns den See an, genießen die Berge und machen uns irgendwann wieder auf den Weg.
Unser Übernachtungsort ist Bicaz. Und hier muss man jetzt einfach ehrlich sein: Schön ist die Stadt nicht.
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| Hier soll unsere Wohnung sein? Bicaz, Rumänien |
Bicaz ist eine Bergarbeiterstadt, entsprechend wenig hat sie mit den hübschen rumänischen Orten zu tun, die wir in den vergangenen Tagen gesehen haben. Keine romantische Altstadt, keine herausgeputzten Häuserzeilen, kein „Hier müssen wir unbedingt noch ein Foto machen“.
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| Wohnung Bicaz, Rumänien |
Und irgendwie gefällt uns genau das auch. Nicht alles in Rumänien muss für Touristen auf Hochglanz poliert werden. Hier sieht man ein Stück ganz normalen Alltag – und der ist nun einmal nicht immer besonders fotogen.
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| Balkon auf rumänisch, Bicaz, Rumänien |
Wobei wir bei der Buchung offenbar unterschiedliche Vorstellungen davon hatten, was ein Balkon ist.
Denn ein rumänischer Balkon kann durchaus ein zusätzlicher länglicher Raum mit Fenstern zum Öffnen sein. Ideal zum Rauchen. Oder für die Katze. Oder um Wäsche aufzuhängen.
Zum gemütlichen Draußensitzen allerdings eher nicht.
Zwei Stühle haben noch hineingepasst. Aber dann konnte man nicht mehr dran vorbei.
Wir
nehmen es mit Humor. Schließlich haben wir bekommen, was wir
bestellt haben: einen Balkon. Dass der rumänische Balkonbegriff
etwas anders ausgelegt wird als der deutsche, gehört dann eben zum
Reiseerlebnis.
Am Abend suchen wir uns noch ein Restaurant. Nichts Besonderes, aber genau das Richtige für uns: bodenständige rumänische Küche.
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| Bicaz, Rumänien |
Es gibt deftige Suppe und Schoko-Pfannkuchen. Dazu ein Bier.
Und bei den Preisen kommt dann doch wieder Freude auf: Ein halber Liter Bier kostet umgerechnet etwa zwei Euro.
Da kann man Bicaz dann auch einmal verzeihen, dass die Stadt nicht gerade um den Titel „schönster Ort der Karpaten“ kämpft.
Wir hatten heute jedenfalls genau das, was wir wollten: eine spektakuläre Landschaft, eine wirklich beeindruckende Schlucht, einen schönen See, ein überraschend gutes Apartment und am Abend ordentliches Essen und ein günstiges Bier.
Nur eins haben wir gelernt: Wenn in Rumänien „Balkon“ in der Unterkunftsbeschreibung steht, sollte man vielleicht vorher klären, ob man dort sitzen kann – oder nur die Wäsche trocknen.
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| Bicaz, Rumänien |









