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| Pensiunea Teodora, Breb, Rumänien |
Breb ist
so ein Ort, bei dem man schon bei der Ankunft das Gefühl hat, ein
Stück weit in eine andere Zeit einzutauchen. Alte Holzhäuser,
kunstvoll geschnitzte Tore, Heuwagen, Pferde, Kühe auf der Straße –
und dazwischen ganz normales rumänisches Dorfleben. Kein
Freilichtmuseum, sondern ein Dorf, in dem Tradition einfach noch zum
Alltag gehört.
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| Freilichtmuseum Maramures, Rumänien |
Bevor
wir nach Breb kamen, hatten wir bereits das Freilichtmuseum von
Maramureș besucht. Dort konnten wir sehen, wie die Menschen in der
Region früher gelebt und gearbeitet haben: alte Holzhäuser, Ställe,
Werkstätten, landwirtschaftliche Geräte und die typischen,
kunstvoll geschnitzten Tore.
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Freilichtmuseum Maramures, Rumänien
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In Breb
stellten wir dann fest: Vieles davon hatten wir gerade im Museum
gesehen – nur hier war es nicht ausgestellt, sondern wurde
tatsächlich noch benutzt. Die alten Holzhäuser stehen mitten im
Dorf, die geschnitzten Tore sind keine Museumsstücke und Pferde,
Kühe und landwirtschaftliche Arbeiten gehören ganz
selbstverständlich zum Alltag. Genau das macht Breb so besonders.
Man muss hier nicht ins Museum gehen, um traditionelle Kultur zu
sehen – man läuft einfach durch den Ort und ist mittendrin.
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| Eingangstor, Maramures, Rumänien |
Für
drei Nächte waren wir in der Pensiunea Teodora untergebracht – und
hätten für unseren Aufenthalt kaum einen passenderen Ort finden
können.
Eine
Pension voller kleiner Geschichten
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| Pensiunea Teodora, Breb, Rumänien |
Schon
die Pension selbst war ein Erlebnis. Überall fanden sich kleine
Details, die die traditionelle Kultur der Region widerspiegeln: viel
Holz, Schnitzereien, traditionelle Stoffe, alte Gegenstände und
liebevoll arrangierte Dinge, bei denen man immer wieder etwas Neues
entdeckte.
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Pensiunea Teodora, Breb, Rumänien
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Auch
unser Zimmer passte wunderbar dazu. Es war nicht einfach ein
beliebiges Gästezimmer, das mit ein paar folkloristischen
Accessoires auf „traditionell“ getrimmt worden war. Vielmehr
hatte man das Gefühl, tatsächlich in einem Haus zu wohnen, in dem
diese Dinge zum Leben dazugehören.
Man
konnte sich fast nicht entscheiden, ob man zuerst auspacken oder erst
einmal alles anschauen sollte.
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| Pensiunea Teodora, Breb, Rumänien |
Und dann
kam das Essen.
Fleisch.
Sehr viel Fleisch.
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| Suppe für zwei |
Wer in
Maramureș auf leichte Küche hofft, sollte vielleicht besser noch
einmal darüber nachdenken. Hier wird ordentlich aufgetischt – und
vor allem Fleisch.
Die
Portionen waren wirklich riesig. Schon nach dem ersten Abend war uns
klar, dass unsere bisherigen Vorstellungen von einer „normalen
Portion“ hier nicht weiterhalfen. Ab dem
zweiten Tag bestellten wir deshalb nur noch eine Portion für uns
beide.
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| Mămăligă, eine Art Polenta mit Käse und Wurst für zwei |
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| Mămăligă mit Käse und Wurst, nachdem wir fertig waren... |
Das
schien vernünftig. Allerdings
mussten wir feststellen, dass selbst diese eine Portion für zwei
Personen noch ziemlich sportlich war. Auch zu zweit schafften wir es
nicht, alles aufzuessen.
Offenbar
gilt hier die Devise: Ein Gast, der satt wird, ist gut. Ein Gast, der
die Portion komplett schafft, war vermutlich besonders hungrig.
Und dann
war da noch der Schnaps. Nicht
etwa ein kleines Gläschen, das man freundlich zum Anstoßen bekommt.
An jedem Tisch standen gleich zwei Flaschen Schnaps.
Zwei. Pro
Tisch.
Damit
war zumindest sichergestellt, dass niemand nach dem Essen behaupten
konnte, er habe nichts zu trinken bekommen. Wir haben allerdings
darauf verzichtet, herauszufinden, ob die beiden Flaschen tatsächlich
auch leer werden müssen.
Frühstück
mit Schweinebauch?
Auch
beim Frühstück zeigte sich, dass die rumänische Vorstellung von
einem guten Start in den Tag etwas anders aussehen kann als unsere.
Schweinebauch
zum Frühstück? Oder
kaltes Schnitzel? Hackfleischbällchen
mit Knoblauch?
Für uns
doch eher ungewohnt. Unsere Frühstücksvorstellungen bewegen sich
normalerweise eher in Richtung Brot, Wurst, Käse, Marmelade und
vielleicht ein Ei. Hier dagegen konnte der Tag durchaus mit einer
ordentlichen Portion Fleisch beginnen.
Aber wir
wollen nicht ungerecht sein: Es gab vieles, das wirklich großartig
war – vor allem die Tomaten aus dem eigenen Garten. Saftig,
aromatisch und mit diesem Geschmack, den Tomaten nur haben, wenn sie
tatsächlich Sonne bekommen haben.
Überhaupt
schmeckte vieles so, als käme es direkt aus dem eigenen Garten oder
zumindest aus der unmittelbaren Umgebung. Das Essen war nicht fein
und filigran, sondern bodenständig, reichlich und sehr authentisch.
Und
definitiv nichts für Kalorienzähler.
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| Frühstück in der Pensiunea Teodora, Breb, Rumänien |
Und
dann war plötzlich eine Verlobungsfeier
Unser
schönstes und zugleich überraschendstes Erlebnis erwartete uns am
Samstagabend.
In der
Pension fand eine Verlobungsfeier statt. Die rund 35 Gäste waren
selbst andere Gäste der Pension und kamen aus einem Ort etwa 40
Kilometer entfernt.
Wir
waren also nicht eingeladen – zumindest nicht offiziell. Wir waren
einfach da.
Und
plötzlich mittendrin.
Es wurde
gegessen, natürlich. Sehr viel gegessen, ebenfalls natürlich. Es
gab eine große Torte, Getränke und vor allem: getanzt. Sehr viel
getanzt.
Die
Stimmung war von Anfang an fröhlich und ausgelassen. Mehrere
Generationen feierten gemeinsam, und irgendwann fühlte es sich gar
nicht mehr so an, als würden wir einer Feier von völlig fremden
Menschen zuschauen.
Das
Schöne daran: Es war keine Folkloreveranstaltung für Touristen und
kein extra organisiertes Programm. Es war eine echte Feier, zu der
Menschen aus einem Ort in der Umgebung zusammengekommen waren. Wir
hatten einfach das Glück, genau an diesem Abend in der Pensiunea
Teodora zu sein.
Für uns
war das ein ganz besonderer Einblick in das Leben in Maramureș.
Solche Erlebnisse kann man nicht planen – und gerade deshalb
bleiben sie wahrscheinlich am längsten in Erinnerung.
Acht
Holzkirchen – irgendwann verschwimmen die Namen
Natürlich
haben wir die berühmten Holzkirchen von Maramureș erkundet. Gleich
acht dieser Kirchen gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Und ja:
Sie sind wirklich alle sehenswert.
Die
hohen, schlanken Türme, die Schindeldächer, die kunstvollen
Holzarbeiten und die oft wunderschönen kleinen Friedhöfe machen
jede einzelne besonders. Dazu kommt die Lage in den Dörfern, durch
die man teilweise schon allein wegen der Landschaft gerne fährt.
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| Holzkirche Maramures, Rumänien |
Nur
müssen wir auch ehrlich sein: Nach acht Holzkirchen wird es
irgendwann schwierig, sie auseinanderzuhalten. Welche
war jetzt noch einmal die mit dem besonders hohen Turm? Und welche
hatte die schönen Wandmalereien? War das nun Bârsana oder Budești?
Irgendwann
beginnen die Namen ein wenig durcheinanderzugeraten und die Türme im
Gedächtnis miteinander zu verschmelzen. Aber das ist eigentlich auch egal. Sehenswert sind sie alle – und wenn man schon einmal in Maramureș ist, sollte man sich diese außergewöhnliche Ansammlung traditioneller Holzarchitektur nicht entgehen lassen.
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Holzkirche Maramures, Rumänien
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| Holzkirche Maramures, Rumänien |
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| Kloster Barsana, Maramures, Rumänien |
Săpânța
– der fröhlichste aller Friedhöfe
Ein ganz
anderer Höhepunkt war der Fröhliche Friedhof von Săpânța.
Schon
der Name macht neugierig. Noch ungewöhnlicher wird es, wenn man
tatsächlich dort steht.
Bunte
Holzkreuze erzählen vom Leben der Verstorbenen – mit Bildern,
Geschichten und teilweise erstaunlich direktem Humor - so sagt man es, verstanden haben wir natürlich nur die Bilder, nicht die Texte. Der Tod wird
hier nicht ausschließlich als etwas Trauriges dargestellt, sondern
als Teil des Lebens. Beruf, Familie, besondere Ereignisse und
manchmal auch weniger schmeichelhafte Eigenschaften finden ihren
Platz auf den Kreuzen.
Ein
Friedhof, auf dem man tatsächlich schmunzelt – das muss man erst
einmal schaffen.
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| Fröhlicher Friedhof Sapanta, Rumänien |
Drei
Tage, die ziemlich viel Maramureș enthielten
Drei
Tage waren wir in und um Breb unterwegs – und sie waren unglaublich
abwechslungsreich.
Wir
hatten im Freilichtmuseum gesehen, wie das traditionelle Leben der
Region früher aussah, und fanden vieles davon anschließend in Breb
mitten im heutigen Alltag wieder. Wir besuchten die acht
UNESCO-Holzkirchen und den Fröhlichen Friedhof von Săpânța.
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| Holzkirche Maramures, Rumänien |
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| Holzkirche Maramures, Rumänien |
Aber
eigentlich waren es die kleinen Dinge, die diese Tage so besonders
machten: die geschnitzten Holztore am Straßenrand, Pferde und Kühe
auf den Dorfstraßen, die liebevollen Details in der Pensiunea
Teodora und das Gefühl, dass hier vieles noch ganz
selbstverständlich funktioniert wie früher.
Und natürlich das Essen.
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| Frühstück Pensiunea Teodora, Breb, Rumänien |
Eine
Portion für zwei – und trotzdem zu viel. Zwei Flaschen Schnaps pro
Tisch. Schweinebauch zum Frühstück. Dazu Tomaten aus dem eigenen
Garten, die besser kaum sein konnten.
Und als
krönenden Abschluss eine völlig ungeplante Verlobungsfeier mit rund
35 Menschen, Torte und einer Tanzfreude, bei der wir irgendwann nur
noch staunten, woher die Leute eigentlich noch die Energie nehmen.
Maramureș
war für uns deshalb nicht nur eine Region mit schönen Kirchen und
traditionellen Holzhäusern.
Es war
ein bisschen wie eine Reise in eine Welt, in der man sich beim Essen
offenbar grundsätzlich fragt, ob der Gast vielleicht heimlich aus
einer Großfamilie besteht – und in der zwei Flaschen Schnaps pro
Tisch als völlig normale Grundausstattung gelten.
Wir
fanden es großartig.
Drei
tolle Tage in und um Breb – sehr traditionell, sehr herzlich und
definitiv nicht kalorienarm. Genau deshalb wird uns Maramureș in
Erinnerung bleiben.
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| Pensuinea Teodora, Breb, Rumänien |