Mittwoch, 9. September 2026

Fünf Klöster, bunte Fassaden und eine Landschaft zum Verlieben

Kloster Voronet, Bukowina, Rumänien


















Wir standen vor Voroneț und konnten es erst einmal kaum glauben: Eine Kirche, die außen komplett bemalt ist. Und dann dieses Blau! Ein unglaublich intensives, leuchtendes Blau, das zwischen all den anderen Farben sofort ins Auge fällt. Natürlich hatten wir Bilder von den berühmten Moldauklöstern gesehen, aber davorzustehen und diese Farben tatsächlich vor sich zu haben, ist noch einmal etwas ganz anderes. 



Vor allem weil wir so etwas aus Deutschland überhaupt nicht kennen. Bei uns geht man in eine Kirche hinein, um Fresken und Malereien zu sehen. Hier beginnt die Kunst schon draußen – auf den gesamten Fassaden. Und je näher man kommt, desto mehr entdeckt man: Menschen, Tiere, biblische Szenen, Ornamente und unzählige kleine Einzelheiten.

Voroneț war unser Einstieg in eine kleine Klosterrunde, die uns ziemlich begeistert hat. Insgesamt fünf Klöster wollten wir sehen: Voroneț, Humor, Moldovița, Sucevița und Arbore. Und obwohl sie alle nach einem ähnlichen Prinzip entstanden sind, hatte jedes seinen eigenen Charakter.

Kloster Humor, Bukowina, Rumänien

Bei Humor ging es weiter mit den bemalten Außenwänden – und mit einer zweiten Besonderheit, die uns immer wieder auffiel: Die Klöster sind teilweise erstaunlich wehrhaft. Dicke Mauern, Türme und mächtige Tore lassen manche Anlage eher wie eine kleine Burg aussehen. Dahinter dann eine Kirche, deren Wände mit leuchtenden Bildern überzogen sind. Eine ziemlich ungewöhnliche Kombination.


Kloster Moldovita, Bukowina, Rumänien

Weiter ging es nach Moldovița – und hier war für uns endgültig klar: Das ist unser persönliches Highlight von außen.

Die Farben, die vielen Details und die gesamte Anlage haben uns besonders begeistert. Wir liefen um die Kirche herum und entdeckten immer wieder etwas Neues. Man könnte wahrscheinlich ewig davorstehen und hätte noch längst nicht alles gesehen.


Und mindestens genauso schön wie die Klöster selbst war die Landschaft dazwischen. Die Straße führte durch grüne Hügel und Wälder, vorbei an kleinen Dörfern und immer wieder mit weiten Ausblicken. Besonders rund um den Pass wurde die Fahrt richtig schön.

Mittagspause am Pass, Bukowina, Rumänien


Irgendwann war dann aber nicht mehr die Landschaft, sondern unser Hunger das dringlichste Thema. Also suchten wir uns einen schönen Platz für die Mittagspause, packten unser Essen aus und saßen einfach mitten in dieser wunderbaren Landschaft. Berge, Grün und Ruhe – mehr braucht eine Mittagspause auf einem Roadtrip eigentlich nicht.




Gut gestärkt ging es weiter nach Sucevița. Schon von außen beeindruckt die Anlage mit ihren mächtigen Mauern und Türmen. Fast wie eine kleine Festung liegt das Kloster in der Landschaft.


Kloster Sucevita, Bukowina, Rumänien

Diesmal lag unser persönliches Highlight allerdings im Inneren.

Nach den spektakulären Außenfassaden war es noch einmal ein ganz anderer Eindruck, in der Kirche zu stehen. Wände und Gewölbe sind dicht mit Malereien bedeckt, überall Farben, Figuren und Details. Man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll. 

Kloster Sucevita, Bukowina, Rumänien

Kloster Sucevita, Bukowina, Rumänien

Damit waren unsere persönlichen Favoriten eindeutig: Moldovița außen, Sucevița innen.

Zum Abschluss unserer Runde wartete noch Arbore auf uns. Die Anlage ist kleiner und wirkt dadurch etwas ruhiger. Auch hier ist die Kirche außen bemalt, und nach den großen Eindrücken der anderen Klöster war das ein schöner Abschluss.

Kloster Arbore, Bukowina, Rumänien

Die fünf Klöster – Voroneț, Humor, Moldovița, Sucevița und Arbore – gehören zu den besonderen Schätzen der Bukowina. Sie entstanden größtenteils im 15. und 16. Jahrhundert, und ihre Malereien erzählen biblische Geschichten. Viel spannender als ein kunsthistorischer Vortrag war für uns allerdings, sie einfach auf uns wirken zu lassen.

Denn genau das hat uns an dieser Klosterrunde so begeistert: diese unglaublichen Farben, die bemalten Außenwände, die wehrhaften Mauern und Türme – und dazwischen immer wieder diese wunderschöne Landschaft.

Und nach so viel Kultur freuen wir uns jetzt auf einen ganz anderen Tag: Morgen geht es weiter Richtung Bicaz-Stausee und Bicaz-Schlucht – diesmal stehen also vor allem Berge, Wasser und Landschaft auf unserem Programm.


Mit Volldampf durch die Maramureș

Mocănița, Viseu de Sus, Rumänien

Wir stehen morgens kurz nach neun in Vișeu de Sus am Bahnhof und fragen uns bei 9 Grad, ob wir uns das mit der Dampflok wirklich gut überlegt haben. Die Sonne scheint zwar strahlend vom Himmel, aber davon hat die Temperatur offenbar noch nichts mitbekommen.

Unsere Mocănița steht schon bereit. Eine richtige Dampflok, die kräftig schnauft, zischt und qualmt – und schon ist die Kälte ziemlich nebensächlich. Wir steigen ein und freuen uns auf die Fahrt hinein in die Wälder der Maramureș. 


Mocănița, Viseu de Sus, Rumänien

Die kleine Schmalspurbahn wurde ursprünglich für den Holztransport gebaut. Holz wurde aus den abgelegenen Wäldern entlang des Vaser ins Tal gebracht. Heute sitzen statt Holzarbeitern vor allem Touristen in den Waggons – die Strecke und die Dampfloks sind aber geblieben.

Mocănița, Viseu de Sus, Rumänien



Und damit beginnt eine wirklich schöne Fahrt. Der Zug rumpelt und rattert am Vaser entlang, durch enge Täler und dichte Wälder. Die Dampflok arbeitet sich schnaufend bergauf, aus dem Schornstein quillt der Rauch und immer wieder ertönt ihr kräftiges Pfeifen. Dazu die herrliche Landschaft ringsum. 



Wir können uns kaum entscheiden, ob wir mehr nach draußen schauen oder die Dampflok beobachten wollen. Beides gehört schließlich zum Erlebnis.

Mit zunehmender Höhe wird die Landschaft immer ursprünglicher. Und obwohl es zunächst wirklich frisch ist, genießen wir die Fahrt sehr. Spätestens als die Sonne die ersten Wagen erreicht, wird es auch temperaturmäßig angenehmer.


Die Mocănița ist natürlich längst eine Touristenattraktion. Trotzdem hat die Fahrt für uns ihren besonderen Reiz: Es ist nicht einfach irgendeine historische Bahn, sondern eine Eisenbahn mit echter Geschichte, die noch immer auf ihrer ursprünglichen Strecke durch diese wunderschöne Landschaft fährt.




Wir wohnen in der Pensiunea Mallorca bei Christian und Amalia und fühlen uns hier sofort wohl. Christian hat viele Jahre in der Gastronomie auf Mallorca gearbeitet, daher auch der Name der Pension. Amalia war lange im Gesundheitswesen in England tätig.

Kennengelernt haben sich die beiden, als Amalia mit ihrer Mutter auf Reisen war und bei Christian übernachtete. Vor zwei Jahren wurde daraus eine gemeinsame Geschichte – und im Oktober wird geheiratet. Wir wünschen den beiden schon jetzt von Herzen alles Gute für ihre gemeinsame Zukunft!


Christian und Amalia, Pensiunea Mallorca, Viseu de Sus

Und auch kulinarisch sind wir hier bestens aufgehoben. Besonders die Suppen sind eine Schau: richtig lecker und nach den sehr üppigen Portionen in Breb diesmal in einer für uns erfreulich vernünftigen Größe.

So bleibt uns Vișeu de Sus nicht nur wegen der Mocănița und der wunderschönen Landschaft in Erinnerung, sondern auch wegen unserer netten Gastgeber und des guten Essens.


Sonntag, 6. September 2026

Drei Tage in Breb – wo Tradition noch ganz selbstverständlich ist

Pensiunea Teodora, Breb, Rumänien

Breb ist so ein Ort, bei dem man schon bei der Ankunft das Gefühl hat, ein Stück weit in eine andere Zeit einzutauchen. Alte Holzhäuser, kunstvoll geschnitzte Tore, Heuwagen, Pferde, Kühe auf der Straße – und dazwischen ganz normales rumänisches Dorfleben. Kein Freilichtmuseum, sondern ein Dorf, in dem Tradition einfach noch zum Alltag gehört.


Freilichtmuseum Maramures, Rumänien


Bevor wir nach Breb kamen, hatten wir bereits das Freilichtmuseum von Maramureș besucht. Dort konnten wir sehen, wie die Menschen in der Region früher gelebt und gearbeitet haben: alte Holzhäuser, Ställe, Werkstätten, landwirtschaftliche Geräte und die typischen, kunstvoll geschnitzten Tore.



Freilichtmuseum Maramures, Rumänien




In Breb stellten wir dann fest: Vieles davon hatten wir gerade im Museum gesehen – nur hier war es nicht ausgestellt, sondern wurde tatsächlich noch benutzt. Die alten Holzhäuser stehen mitten im Dorf, die geschnitzten Tore sind keine Museumsstücke und Pferde, Kühe und landwirtschaftliche Arbeiten gehören ganz selbstverständlich zum Alltag. Genau das macht Breb so besonders. Man muss hier nicht ins Museum gehen, um traditionelle Kultur zu sehen – man läuft einfach durch den Ort und ist mittendrin.

Eingangstor, Maramures, Rumänien


Für drei Nächte waren wir in der Pensiunea Teodora untergebracht – und hätten für unseren Aufenthalt kaum einen passenderen Ort finden können.

Eine Pension voller kleiner Geschichten

Pensiunea Teodora, Breb, Rumänien


Schon die Pension selbst war ein Erlebnis. Überall fanden sich kleine Details, die die traditionelle Kultur der Region widerspiegeln: viel Holz, Schnitzereien, traditionelle Stoffe, alte Gegenstände und liebevoll arrangierte Dinge, bei denen man immer wieder etwas Neues entdeckte.



Pensiunea Teodora, Breb, Rumänien




Auch unser Zimmer passte wunderbar dazu. Es war nicht einfach ein beliebiges Gästezimmer, das mit ein paar folkloristischen Accessoires auf „traditionell“ getrimmt worden war. Vielmehr hatte man das Gefühl, tatsächlich in einem Haus zu wohnen, in dem diese Dinge zum Leben dazugehören.




Man konnte sich fast nicht entscheiden, ob man zuerst auspacken oder erst einmal alles anschauen sollte.


Pensiunea Teodora, Breb, Rumänien

Und dann kam das Essen.

Fleisch. Sehr viel Fleisch.

Suppe für zwei



Wer in Maramureș auf leichte Küche hofft, sollte vielleicht besser noch einmal darüber nachdenken. Hier wird ordentlich aufgetischt – und vor allem Fleisch.





Die Portionen waren wirklich riesig. Schon nach dem ersten Abend war uns klar, dass unsere bisherigen Vorstellungen von einer „normalen Portion“ hier nicht weiterhalfen. Ab dem zweiten Tag bestellten wir deshalb nur noch eine Portion für uns beide.

Mămăligă, eine Art Polenta mit Käse und Wurst für zwei

Mămăligă mit Käse und Wurst, nachdem wir fertig waren...

Das schien vernünftig. Allerdings mussten wir feststellen, dass selbst diese eine Portion für zwei Personen noch ziemlich sportlich war. Auch zu zweit schafften wir es nicht, alles aufzuessen.

Offenbar gilt hier die Devise: Ein Gast, der satt wird, ist gut. Ein Gast, der die Portion komplett schafft, war vermutlich besonders hungrig.

Und dann war da noch der Schnaps. Nicht etwa ein kleines Gläschen, das man freundlich zum Anstoßen bekommt. An jedem Tisch standen gleich zwei Flaschen Schnaps.

Zwei. Pro Tisch.

Damit war zumindest sichergestellt, dass niemand nach dem Essen behaupten konnte, er habe nichts zu trinken bekommen. Wir haben allerdings darauf verzichtet, herauszufinden, ob die beiden Flaschen tatsächlich auch leer werden müssen.


Frühstück mit Schweinebauch?

Auch beim Frühstück zeigte sich, dass die rumänische Vorstellung von einem guten Start in den Tag etwas anders aussehen kann als unsere.

Schweinebauch zum Frühstück? Oder kaltes Schnitzel? Hackfleischbällchen mit Knoblauch?

Für uns doch eher ungewohnt. Unsere Frühstücksvorstellungen bewegen sich normalerweise eher in Richtung Brot, Wurst, Käse, Marmelade und vielleicht ein Ei. Hier dagegen konnte der Tag durchaus mit einer ordentlichen Portion Fleisch beginnen.

Aber wir wollen nicht ungerecht sein: Es gab vieles, das wirklich großartig war – vor allem die Tomaten aus dem eigenen Garten. Saftig, aromatisch und mit diesem Geschmack, den Tomaten nur haben, wenn sie tatsächlich Sonne bekommen haben.

Überhaupt schmeckte vieles so, als käme es direkt aus dem eigenen Garten oder zumindest aus der unmittelbaren Umgebung. Das Essen war nicht fein und filigran, sondern bodenständig, reichlich und sehr authentisch.

Und definitiv nichts für Kalorienzähler.


Frühstück in der Pensiunea Teodora, Breb, Rumänien


Und dann war plötzlich eine Verlobungsfeier

Unser schönstes und zugleich überraschendstes Erlebnis erwartete uns am Samstagabend.

In der Pension fand eine Verlobungsfeier statt. Die rund 35 Gäste waren selbst andere Gäste der Pension und kamen aus einem Ort etwa 40 Kilometer entfernt.

Wir waren also nicht eingeladen – zumindest nicht offiziell. Wir waren einfach da.

Und plötzlich mittendrin.



Es wurde gegessen, natürlich. Sehr viel gegessen, ebenfalls natürlich. Es gab eine große Torte, Getränke und vor allem: getanzt. Sehr viel getanzt.

Die Stimmung war von Anfang an fröhlich und ausgelassen. Mehrere Generationen feierten gemeinsam, und irgendwann fühlte es sich gar nicht mehr so an, als würden wir einer Feier von völlig fremden Menschen zuschauen.

Das Schöne daran: Es war keine Folkloreveranstaltung für Touristen und kein extra organisiertes Programm. Es war eine echte Feier, zu der Menschen aus einem Ort in der Umgebung zusammengekommen waren. Wir hatten einfach das Glück, genau an diesem Abend in der Pensiunea Teodora zu sein.

Für uns war das ein ganz besonderer Einblick in das Leben in Maramureș. Solche Erlebnisse kann man nicht planen – und gerade deshalb bleiben sie wahrscheinlich am längsten in Erinnerung.



Acht Holzkirchen – irgendwann verschwimmen die Namen

Natürlich haben wir die berühmten Holzkirchen von Maramureș erkundet. Gleich acht dieser Kirchen gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Und ja: Sie sind wirklich alle sehenswert.

Die hohen, schlanken Türme, die Schindeldächer, die kunstvollen Holzarbeiten und die oft wunderschönen kleinen Friedhöfe machen jede einzelne besonders. Dazu kommt die Lage in den Dörfern, durch die man teilweise schon allein wegen der Landschaft gerne fährt.


Holzkirche Maramures, Rumänien

Nur müssen wir auch ehrlich sein: Nach acht Holzkirchen wird es irgendwann schwierig, sie auseinanderzuhalten. Welche war jetzt noch einmal die mit dem besonders hohen Turm? Und welche hatte die schönen Wandmalereien? War das nun Bârsana oder Budești?

Irgendwann beginnen die Namen ein wenig durcheinanderzugeraten und die Türme im Gedächtnis miteinander zu verschmelzen. Aber das ist eigentlich auch egal. Sehenswert sind sie alle – und wenn man schon einmal in Maramureș ist, sollte man sich diese außergewöhnliche Ansammlung traditioneller Holzarchitektur nicht entgehen lassen.


Holzkirche Maramures, Rumänien



Holzkirche Maramures, Rumänien

Kloster Barsana, Maramures, Rumänien


Săpânța – der fröhlichste aller Friedhöfe

Ein ganz anderer Höhepunkt war der Fröhliche Friedhof von Săpânța.

Schon der Name macht neugierig. Noch ungewöhnlicher wird es, wenn man tatsächlich dort steht.



Bunte Holzkreuze erzählen vom Leben der Verstorbenen – mit Bildern, Geschichten und teilweise erstaunlich direktem Humor - so sagt man es, verstanden haben wir natürlich nur die Bilder, nicht die Texte. Der Tod wird hier nicht ausschließlich als etwas Trauriges dargestellt, sondern als Teil des Lebens. Beruf, Familie, besondere Ereignisse und manchmal auch weniger schmeichelhafte Eigenschaften finden ihren Platz auf den Kreuzen.

Ein Friedhof, auf dem man tatsächlich schmunzelt – das muss man erst einmal schaffen.


Fröhlicher Friedhof Sapanta, Rumänien

Drei Tage, die ziemlich viel Maramureș enthielten

Drei Tage waren wir in und um Breb unterwegs – und sie waren unglaublich abwechslungsreich.

Wir hatten im Freilichtmuseum gesehen, wie das traditionelle Leben der Region früher aussah, und fanden vieles davon anschließend in Breb mitten im heutigen Alltag wieder. Wir besuchten die acht UNESCO-Holzkirchen und den Fröhlichen Friedhof von Săpânța.

Holzkirche Maramures, Rumänien

Holzkirche Maramures, Rumänien


Aber eigentlich waren es die kleinen Dinge, die diese Tage so besonders machten: die geschnitzten Holztore am Straßenrand, Pferde und Kühe auf den Dorfstraßen, die liebevollen Details in der Pensiunea Teodora und das Gefühl, dass hier vieles noch ganz selbstverständlich funktioniert wie früher.

Und natürlich das Essen.

Frühstück Pensiunea Teodora, Breb, Rumänien

Eine Portion für zwei – und trotzdem zu viel. Zwei Flaschen Schnaps pro Tisch. Schweinebauch zum Frühstück. Dazu Tomaten aus dem eigenen Garten, die besser kaum sein konnten.

Und als krönenden Abschluss eine völlig ungeplante Verlobungsfeier mit rund 35 Menschen, Torte und einer Tanzfreude, bei der wir irgendwann nur noch staunten, woher die Leute eigentlich noch die Energie nehmen.

Maramureș war für uns deshalb nicht nur eine Region mit schönen Kirchen und traditionellen Holzhäusern.

Es war ein bisschen wie eine Reise in eine Welt, in der man sich beim Essen offenbar grundsätzlich fragt, ob der Gast vielleicht heimlich aus einer Großfamilie besteht – und in der zwei Flaschen Schnaps pro Tisch als völlig normale Grundausstattung gelten.

Wir fanden es großartig.

Drei tolle Tage in und um Breb – sehr traditionell, sehr herzlich und definitiv nicht kalorienarm. Genau deshalb wird uns Maramureș in Erinnerung bleiben.

Pensuinea Teodora, Breb, Rumänien



Freitag, 4. September 2026

Budapest – drei Tage zwischen Donau, Bastei und beleuchteter Stadt

Parlament, Budapest, Ungarn

Nach unserem eher rustikalen Einstieg in Varbalog ging es weiter nach Budapest. Und gleich hier hatten wir einen echten Glücksgriff: unser „Cosy Studio at the Castle“.

Cosy studio at the castle, Budapest, Ungarn


Klein, aber fein – mit Balkon und vor allem mit einer Lage, die für unseren Budapest-Aufenthalt kaum besser hätte sein können. Keine zehn Minuten von der Fischerbastei entfernt. Das bedeutete: Wir mussten uns nicht überlegen, wann wir zur Bastei gehen. Wir konnten einfach jederzeit hin.

Und das haben wir auch getan.



Tag 1 – Erst einmal ankommen

Wir kamen am Nachmittag an und machten genau das, was man nach einer längeren Autofahrt eigentlich machen sollte: laufen.

Bastei, Budapest, Ungarn


Unser erster Stadtbummel führte uns entlang der Donau und natürlich hinauf zur Fischerbastei. Schon beim ersten Blick über die Donau war klar: Budapest wird uns gefallen.




Blick von der Fischerbastei auf das Parlament, Budapest, Ungarn

Das Parlament auf der anderen Seite, die Donau, die Brücken und die Stadt dahinter – man kann hier ziemlich schnell vergessen, dass man eigentlich gerade erst angekommen ist und noch gar nicht richtig weiß, wo was liegt.

Also blieben wir erst einmal dort, schauten und liefen weiter.

Tag 2 – Budapest zu Fuß

Am nächsten Tag ging es richtig los. Unser Fortbewegungsmittel Nummer eins war eindeutig: die eigenen Füße.

Siegessäule, Budapest

Wir liefen zur Siegessäule, schauten uns den Dom an und streiften durch das jüdische Viertel. Budapest lässt sich wunderbar erlaufen, und genau das macht für uns den Reiz einer Stadt aus. Man sieht eben nicht nur die Sehenswürdigkeiten, sondern kommt automatisch durch Straßen und Viertel, in die man mit einem klassischen Besichtigungsprogramm vielleicht gar nicht geraten wäre.


Dom, Budapest
Am Abend ging es wieder zur Fischerbastei.

Diesmal zum Sonnenuntergang.

Wenn man eine Unterkunft so günstig zur Bastei hat, wäre es ja geradezu fahrlässig, das nicht auszunutzen.

Und der Blick auf Budapest, während langsam die Sonne verschwindet, ist tatsächlich jedes Mal wieder beeindruckend.




Tag 3 – Sonnenaufgang, Hochzeitspaare und Kunst

Am dritten Morgen standen wir früh auf. Sehr früh.

Denn wenn die Fischerbastei zehn Minuten entfernt ist, kann man natürlich auch einmal zum Sonnenaufgang hingehen.

Fischerbastei, Budapest, Ungarn


Wir waren allerdings nicht die Einzigen mit dieser Idee. Schon am frühen Morgen wimmelte es rund um die Bastei von Hochzeitspaaren und Fotografen. Brautkleider, Anzüge, Kameras und jede Menge sehr konzentrierte Fotografen, die offenbar genau den richtigen Platz und das perfekte Licht erwischen wollten.



Wir hatten dagegen einen ganz anderen Vorteil: Wir mussten nichts inszenieren. Wir konnten einfach herumspazieren und zuschauen.






Und tatsächlich ist die Bastei am frühen Morgen eine ganz andere als später am Tag. Noch vergleichsweise ruhig, das Licht wird langsam heller und Budapest liegt einem zu Füßen.

Danach ging es durch das Burgviertel, bevor wir uns mit der Straßenbahn auf den Weg zum Museum Ludwig machten.


Von dort liefen wir weiter zu den Markthallen. Und natürlich blieb es nicht bei den Markthallen. Durch das jüdische Viertel ging es anschließend wieder zu Fuß zurück zu unserer Unterkunft.

Man könnte sagen, wir hatten an diesem Tag das Prinzip „Öffentliche Verkehrsmittel“ ziemlich konsequent umgesetzt: einmal Straßenbahn – und den Rest laufen.

Aber damit war der Tag noch lange nicht vorbei.

Budapest bei Nacht – aber bitte ohne Selfie-Stick vor der Nase

Am Abend wollten wir Budapest noch einmal ganz anders sehen: beleuchtet.

Natürlich kann man dafür eine Donaufahrt buchen. Aber wir hatten darauf ungefähr so viel Lust wie auf einen Abend im überfüllten Reisebus. Wir wollten nicht stundenlang mit ein paar hundert anderen Menschen auf einem Boot sitzen und uns gegenseitig mit Selfie-Sticks die Sicht auf das Parlament versperren. 



Also machten wir es wieder auf unsere Art: zu Fuß.

Wir gingen zur Donau, schauten zum beleuchteten Parlament, liefen ein Stück weiter, wechselten die Perspektive und blieben einfach dort stehen, wo es uns gefiel. Kein festgelegter Ablauf, keine Sitzplatzsuche und vor allem niemand, der uns den Selfie-Stick direkt vor die Nase hielt.

Später ging es noch einmal hinauf zur Fischerbastei, die inzwischen ebenfalls wunderschön beleuchtet war.


Und genau das war für uns viel schöner als eine festgelegte Schiffsrunde. Wir konnten kommen und gehen, wann wir wollten, uns Zeit lassen und Budapest einfach auf uns wirken lassen.

Überhaupt war Budapest für uns eine dieser Städte, bei denen man ständig denkt: Ach, da schauen wir auch noch kurz hin.


Aus dem kurzen Blick wird ein Spaziergang, aus dem Spaziergang eine Sehenswürdigkeit und aus der Sehenswürdigkeit irgendwann der nächste Stadtteil.

Drei Tage waren dafür eigentlich genau richtig – und gleichzeitig viel zu kurz.

Wir haben viel gesehen, sind unzählige Kilometer gelaufen, haben Budapest bei Sonne, Sonnenaufgang, Sonnenuntergang und in voller Beleuchtung erlebt und hatten dabei nie das Gefühl, ein festes Besichtigungsprogramm abarbeiten zu müssen.

Und vielleicht war genau das das Schönste daran.

Budapest hat richtig Spaß gemacht.

Foto-Shooting an der Bastei, Budapest, Ungarn

30. Geburtstag mal anders feiern - morgens auf der Bastei, Budapest, Ungarn

Kettenbrücke, Budapest, Ungarn

Synagoge, Budapest, Ungarn

Bastei, Budapest, Ungarn

Burgviertel, Budapest, Ungarn

Markthalle, Budapest, Ungarn

Parlament, Budapest, Ungarn