Montag, 5. Oktober 2026

Tara-Nationalpark: Wenn der Weg zum Häuschen schon ein Abenteuer ist

Tara Nationalpark, Serbien

Nach ein paar Tagen an der Donau und anschließend in Belgrad haben wir genug von Stadt und Verkehr. Jetzt soll es ruhiger werden: Berge, Wald, ein See und möglichst wenig Menschen.

Dass schon die Anfahrt zum Tara-Nationalpark ein kleines Abenteuer wird, ahnen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

In Bajina Bašta sorgt erst einmal eine Baustelle für Verwirrung. Straßen sind gesperrt, wir kurven ein bisschen herum und nutzen die Gelegenheit, uns noch das Haus auf der Drina anzuschauen. Das kleine Holzhaus auf dem Felsen mitten in der Drina ist wirklich ein kurioser Anblick.


Haus auf der Drina, Bajina Bašta, Serbien

Tara Nationalpark, Serbien


Danach geht es weiter Richtung Tara. Für den Nationalpark werden 800 Dinar fällig. Eigentlich kein Problem – wenn man denn Internet hat. Die Zahlung soll online erfolgen, aber unsere Verbindung ist so schlecht, dass es einfach nicht funktioniert. Wir versuchen es mehrfach und geben schließlich auf. Offenbar kennen die Parkverantwortlichen das Problem, denn die Gebühr kann auch später noch bezahlt werden.



Gut, dann eben später.

Jetzt müssen wir nur noch unsere Unterkunft finden.

Und wo ist jetzt unser Häuschen?

Unsere Unterkunft liegt ganz in der Nähe des Zaovine-Sees, im kleinen Ort Jezdici.

Nur: Wir wissen eigentlich überhaupt nicht, wo genau wir hinmüssen. Wir haben einen Namen und sonst nicht viel. Auf der Karte ist praktisch nichts zu erkennen und unser Gastgeber spricht ausschließlich Serbisch.

Also suchen wir im Ort jemanden, der uns helfen kann. Wir finden einen Bauern, der kurzerhand den Gastgeber für uns anruft.

Die beiden unterhalten sich auf Serbisch. Wir verstehen: nichts.

Danach erklärt uns der Bauer den Weg. Natürlich ebenfalls auf Serbisch.

Piste zum Häuschen, Tara Nationalpark, Serbien

Wir nicken freundlich und hoffen einfach, dass dabei irgendwo die entscheidende Information hängen geblieben ist.

Dann fahren wir los.

Irgendwann wird aus der Straße eine Schotterpiste. Sie wird immer schmaler, die Gegend immer abgelegener – und wir fragen uns zunehmend, ob das wirklich der richtige Weg sein kann.


Ein Stück betoniert, Tara Nationalpark, Serbien

Ist er. Danach - ein Stück betoniert. Eine Wohltat. 

Irgendwann stehen wir tatsächlich vor unserem kleinen Häuschen.

Und sofort ist klar: Die ganze Sucherei hat sich gelohnt.




Die Unterkunft ist richtig toll – gemütlich, super ausgestattet und mit einem fantastischen Blick auf den Zaovine-See. Dazu kommen nette Gastgeber. Mit ihnen unterhalten wir uns über Übersetzungs-Apps. Nicht gerade die klassische Art, sich kennenzulernen, aber es funktioniert erstaunlich gut.

Links unser Häuschen, Tara Nationalpark, Serbien

Unsere Gastgeber, Tara Nationalpark, Serbien

Und so sitzen wir schließlich auf unserer Terrasse, schauen auf den See und genießen die Ruhe.

Genau so haben wir uns das mit der Natur vorgestellt. Nur den Weg dorthin hätten wir uns etwas einfacher gedacht.

Unser Häuschen, Tara Nationalpark, Serbien

Blick von der Terrasse Nachmittag, Tara Nationalpark, Serbien

Blick von der Terrasse am frühen Morgen, Tara Nationalpark, Serbien

Am nächsten Tag geht es zu den Aussichtspunkten des Tara-Nationalparks. Unser erstes Ziel: Bajina Stena.

Der Plan ist eigentlich simpel: hinfahren, parken, ein bisschen laufen, Aussicht genießen.

Natürlich klappt auch das nicht ganz so wie gedacht.

Wir verpassen den eigentlichen Parkplatz und nehmen stattdessen einen anderen Weg. Der führt durch einen wunderschönen Wald – und ist deutlich sportlicher, als wir geplant hatten. Es geht ordentlich auf und ab.

Aber dann sind wir da. Bajina Stena ist absolut genial. 


Aussichtspunkt Bajina Stena, Tara Nationalpark, Serbien

Aussichtspunkt Bajina Stena, Tara Nationalpark, Serbien

Vor uns liegen die bewaldeten Hänge des Tara-Gebirges, tief unten die Drina und eine Aussicht, die all die kleinen Mühen sofort vergessen lässt.

Danach geht es noch zum Oslusa Viewpoint. Auch dort erwartet uns wieder eine tolle Aussicht über die Landschaft. Der Fluss Drina ist die Grenze und auf der anderen Seite ist Bosnien-Herzegowina.

Oslusa Viewpoint, Tara Nationalpark, Serbien

Und spätestens jetzt merken wir, wie groß der Kontrast zu unseren letzten Tagen ist: Erst die Donau, dann Belgrad mit Großstadttrubel – und jetzt sitzen wir mitten in den Bergen, schauen auf Seen und Wälder und fahren über Schotterpisten zu kleinen Häuschen.

Der Tara-Nationalpark hat uns definitiv nicht den einfachsten Start beschert. Aber vielleicht gehört genau das hier ein bisschen dazu.