Donnerstag, 1. Oktober 2026

Donji Milanovac – Donau, Waschmaschine und ein kleiner Behördenkrimi

Blick von der Terrasse unseres Apartments, Donji Milanovac, Serbien

Nach der Einreise nach Serbien geht es für uns nach Donji Milanovac, einen kleinen Ort mit rund 2.000 Einwohnern direkt an der Donau. Unsere Unterkunft, das Apartman Dunav Plus, entpuppt sich schnell als Volltreffer.

Unsere Unterkunft (1. Stock), Donji Milanovac



Das Apartment ist riesig: zwei Schlafzimmer, ein Wohnzimmer, eine Küche und im Bad sogar eine Waschmaschine. Nach vier Wochen unterwegs ist das schon fast Luxus. Das eigentliche Highlight ist aber die riesige Terrasse mit einem genialen Blick auf die Donau.




Tolles Frühstück, Donji Milanovac, Serbien


Auch das Frühstück lässt nichts zu wünschen übrig. Und das nette Gastgeberehepaar trägt seinen Teil dazu bei: Sie kümmert sich liebevoll um uns und bringt immer mal wieder eine Kleinigkeit auf die Terrasse – einen Kaffee oder ein Eis. Solche kleinen Aufmerksamkeiten bleiben im Gedächtnis.




Weniger erfreulich ist dagegen unser erster Kontakt mit einem serbischen Geldautomaten.

Der ATM der Bank schluckt zunächst meine Karte. Immerhin gibt er sie nach einiger Zeit wieder heraus. Geld kommt allerdings keines.

Beim Blick aufs Konto folgt die nächste Überraschung: 500 Euro sind trotzdem abgebucht.

Na wunderbar.

Am nächsten Morgen geht es deshalb zur Bank. Dort wird zunächst argumentiert, dafür müsse die deutsche Bank zuständig sein. Nein, natürlich nicht. Der serbische Geldautomat hat meine Karte eingezogen, kein Geld ausgegeben und trotzdem mein Konto belastet.

Also wird reklamiert. Und siehe da: Einen Tag später sind die 500 Euro wieder auf dem Konto.

Damit wäre das Thema erledigt – wenn nicht noch die serbische Bürokratie auf uns gewartet hätte.

In Serbien muss sich jeder Tourist innerhalb von 24 Stunden bei den Behörden melden. Normalerweise erledigt das die Unterkunft. Unser Gastgeberehepaar wusste davon allerdings nichts.

Also machen wir uns selbst auf den Weg zur Polizei. Der Polizist spricht kein Wort Englisch. Wir sprechen kein Serbisch. Immerhin kennt er jemanden, der Deutsch kann. Über mehrere Umwege lässt sich schließlich klären, weshalb wir überhaupt vor ihm stehen. Dann muss unser Gastgeber kommen.

Er macht sich auf den Weg, gemeinsam wird im Computer nach uns gesucht – allerdings ohne Erfolg. Der Polizist findet uns nicht.

Die Lösung fällt dann erstaunlich unkompliziert aus: Wir sollen einfach weiterreisen. Da wir ohnehin nach Kroatien ausreisen, sei das kein Problem. Dort sei so viel los, dass sowieso keine Kontrollen stattfinden würden.

Also gut. Dann fahren wir eben weiter.


Blick von unserer Terrasse auf die Donau, Donji Milanovac, Serbien

Ein Nachtrag aus Belgrad

Inzwischen wissen wir: Wir sind sehr wohl im Computersystem erfasst.

Offenbar konnte der Polizist mit unseren deutschen Personalausweisen nur nichts anfangen.

Damit hat sich auch dieses kleine Rätsel gelöst.

Donji Milanovac bleibt uns deshalb vor allem wegen der schönen Seiten in Erinnerung: die Donau direkt vor der Terrasse, ein großzügiges Apartment, ein gutes Frühstück, eine Waschmaschine zur rechten Zeit – und ein ausgesprochen nettes Gastgeberehepaar, das uns den Aufenthalt mit kleinen Aufmerksamkeiten versüßt.

Und unsere ersten Erfahrungen mit Geldautomat und Polizei? Die gehören eben auch zum Reisen. Sonst hätte man ja nichts zu erzählen.