Freitag, 19. August 2016

Und noch mehr Klippen...


Veczemju Klintis, Lettland
Die Klippen von Veczemju sind mit Abstand die beeindruckendsten Klippen von ganz Lettland. Letztendlich handelt es sich um ein bis zu sechs Meter hohes Steilufer. Mehrere hundert Meter reihen sich die roten Sandsteinfelsen aneinander. Es gibt Höhlen und Nischen, in denen man wunderbar vor dem Wind geschützt sitzen kann. 


Veczemju Klintis, Lettland


Mittwoch, 17. August 2016

Gaujas Nationalpark

Schloss Sigulda, Lettland
Der Nationalpark Gauja ist mit seinen 920 km² der größte und gleichzeitig auch der älteste Nationalpark in Lettland. Namensgeber ist der Fluss Gauja.
Die meisten kulturhistorischen Objekte im Gauja-Nationalpark findet man in den Städten Sigulda und Cesis. Hier lebten im Mittelalter livische Stämme, nach denen das Land im 12. Jahrhundert benannt wurde- Livland. Archäologen haben eine riesige Anzahl an alten livischen Burgbergen gefunden, auf denen einst Holzburgen gestanden haben. Die Lage war gut gewählt - am Gaujafluss, der damals ein wichtiger Handelsweg war. Im 13. Jahrhundert bauten die deutschen Eroberer ihre Steinburgen. 

Burg von Turaida, Lettland


Die meisten Burgen befinden sich rund um Sigulda - die Burgruine Sigulda des Schwertbrüderordens, die rekonstruierte einstige Burg des Bischofs von Riga in Turaida, die im Wald versteckten Ruinen der Domkapitelsburg und das neue Schloss Krimulda.





Burg von Cecis, Lettland


Cesis wiederum war der Sitz des Livländischen Ordens – daher auch die große Burg. Ihre Ausmaße zeugen von der Bedeutung des Ordens, aber auch davon, dass er mächtige Feinde hatte.







Blick von den Adlerklippen, Lettland



Aber ganz besonders schön ist die Landschaft entlang der Gauja. Hier gibt es sehr viele Klippen, ganz besonders bekannt sind die Adlerklippen. Von den Klippen hat man einen tollen Blick auf den Fluss und den Nationalpark. Viele Treppen geht es hinunter zum Fluss – und zu einem tollen Blick auf die Adlerklippen (Erglu Klintis).




Adlerklippen, Lettland

Stellplatz Cesis Atputas vieta, Lettland




Im Gaujas Nationalpark gibt es viele tolle Womo-Stellplätze, manche direkt am Fluss. Solche kostenlosen Zeltplätze gibt es im ganzen Baltikum. 






 
Sie sind meist mit Tischen und Bänken ausgestattet, oft gibt es eine Feuerstelle, manchmal einen Brunnen und immer ein DC, ein Dry Closett (im Gegensatz zum WC (Water Closett). Also auf gut deutsch ein Plumpsklo.

Stellplatz Cesis Atputas vieta, Lettland

DC, Stellplatz Cesis Atputas vieta, Lettland

Ganz in der Nähe liegen auch die Sarkanas Klippen. Sie sind bei weitem nicht so spektakulär wie die Adlerklippen, aber dafür gibt es hier eine Frischwasserquelle. Hierher kommen viele Einheimische mit ganz Bergen von Kanistern. Und auch so manche Wohnmobilfahrer füllen hier ihre Tanks auf!

Sarkanas Klippen, Lettland

Quelle bei den Sarkanas Klippen, Lettland

Dienstag, 16. August 2016

Salaspils - eine Gedenkstätte bei Riga

Salaspils, Lettland
Gar nicht weit von Riga entfernt liegt Salaspils, eine Gedenkstätte für die vermutlich 100 000 von den Nazis umgebrachten Juden. Vor dem eigentlichen Gelände liegt ein Betonquader, auf dem die Worte „Aiz nem vartem vaid zeme“ zu lesen sind. „Hinter diesem Tor stöhnt die Erde“.

Salaspils, Lettland


Zu sehen sind sechs riesige Steinskulpturen. Sie symbolisieren das Leid der Opfer und die sowjetischen Befreier. Hinter der Skulptur der Mutter war das Kinderlager von Salaspils. Hier waren wir allem jüdische Kinder, aber auch solche aus so genannten Kinderbanden interniert. Viele sind an Krankheiten verstorben, andere mussten Blut für die deutschen Soldaten liefern.



Salaspils, Lettland


Auf dem Lagergelände fand sich ein Massengrab mit 600 Kinderleichen. Die meisten Kinder waren zwischen 5 und 9 Jahre alt.








Salaspils, Lettland




Ganz besonders eindringlich ist ein langer schwarzer Kasten aus Marmor. Er sieht aus wie ein überdimensionierter Sarg. Darin pocht ein Metronom, das einem buchstäblich durch Mark und Bein geht.... „Hier stöhnt die Erde“ wirklich!

Salaspils, Lettland
Das Lager von Salaspils war von 1941 bis 1944 einer der Orte des Grauens des Naziregimes. Heute beeindruckt die Anlage – mit einfachen Mitteln wird hier eine Gänsehautatmosphäre geschaffen. Die Gedenkstätte macht betroffen und bleibt in Erinnerung.


Freilichtmuseum Brivadabas, Lettland


Um ein vielfaches angenehmer war unser nächstes Ziel – das Freilichtmuseum von Brivadabas.
Hier wurden Häuser aus vier Jahrhunderten originalgetreu wieder aufgebaut. Es gibt Häuser aus allen vier Regionen Lettlands.






Freilichtmuseum Brivadabas, Lettland


Auch die Lebensbedingungen der Menschen fließen mit ein – das kurländische Fischerdorf liegt direkt an einem großen See, die reetgedeckten Farmhäuser verschwinden hinter Feldsteinmauern, bei vielen Häusern stehen Ziehbrunnen, es gibt Obstbäume und viele bunte Blumen.






Freilichtmuseum Brivadabas, Lettland

Freilichtmuseum Brivadabas, Lettland
Einen ziemlich großen Handwerkermarkt gab es außerdem – vieles aus Holz, Wollpullover und Schals, selbst gemachte Seifen.....

Freilichtmuseum Brivadabas, Lettland


Montag, 15. August 2016

Bekanntes unbekanntes Riga

Riga, Lettland


Riga, Lettland


Ganz besonders neugierig war ich auf Riga – immerhin war ich hier schon zweimal, 1985 und 1987. Also zur Zeit der Sowjetunion, zur Zeit von Gorbatchov und zum Beginn von Glasnost. Natürlich war mir klar, dass sich viel verändert hat – aber gleich so viel?






Riga, Lettland

Natürlich alles bunt, vieles restauriert, obwohl auch in den 80er Jahren in Riga bereits sehr schon hergerichtet war.
Riga war und ist das Zentrum von Lettland. Es gibt etwa 2 Millionen Letten und 700 000 von ihnen leben in Riga. Die Stadt ist das wichtigste Handelszentrum des Landes, es ist der Dreh- und Angelpunkt des internationalen Tourismus (sehr viele Kreuzfahrturlauber!) und in Riga ist die einzige Uni des ganzen Landes! 


Riga, Lettland


Wer im Tourismus arbeitet, ein Dokument braucht, ein Business hat oder studieren möchte – der kommt an Riga nicht vorbei. Touristen natürlich auch nicht.








Riga, Lettland
Mit einem Sechs-Meter-Womo in eine 700 000 Einwohner Stadt.... Am besten logischerweise bei möglichst wenig Verkehr. Also am besten an einem Sonntag! Dieses Prinzip bewährt sich immer wieder. Wenig Verkehr, viele freie Parkplätze UND keine Gebühr fürs Parken. Wie praktisch! Auch in Riga ist das so....
Riga, Lettland
So, Riga 1985 und Riga 2016 – die Unterschiede..... So gut wie alles. Die Altstadt war schon zur Zeit der Sowjetunion sehr schön hergerichtet, aber nicht so bunt und ausgelassen, wie sie es heute ist. Überall finden sich restaurierte Häuser in allen Farben, tolle Plätze, überall Geschäfte, Restaurants, Cafes und Souvenirläden. Das meiste in der Altstadt ist auf die Touristen ausgerichtet, und die gibt es zuhauf.... 




Drei Brüder, Riga, Lettland


An einige Sehenswürdigkeiten konnte ich mich noch erinnern, vor allem das Ensemble der „drei Brüder“, drei unterschiedlich bunte mittelalterliche Häuser, die extrem schmal sind.







Schwarzhäupterhaus Riga, Lettland



Anderes ist neu bzw. wieder aufgebaut – das Schwarzhäupterhaus wurde Ende der 90er Jahre originalgetreu rekonstruiert.










Auch die Neustadt ist interessant – hier gibt es einige Häuser im Jugendstil, die allesamt inzwischen toll hergerichtet sind!
Insgesamt war es ein spannendes Wiedersehen mit einer Stadt nach 30 Jahren....


Jugendstilhaus, Riga, Lettland

Sonntag, 14. August 2016

Von Stürmen am Kap bis hin zu weiße Dünen

Kap Kolka, Lettland
Immer wieder begleitet von Regengüssen haben wir uns nach Kap Kolka aufgemacht, der nördlichsten Spitze von Lettland. Es ist eine tolle Landschaft entlang der Küste und vor allem natürlich am Kap. Trotzdem haben wir unser Zeitbudget an der Spitze aufgrund der Parkgebühren anpassen müssen. 3.-€ für eine Stunde parken grenzt an frech – wir sind hier in einem Land, in dem man eine Tagessuppe für einen Euro bekommt.....

Weiße Düne, Lettland



Die angekündigte weiße Düne war zwar nicht weiß, aber immerhin ziemlich groß. Auf einem Steg mit viiiiielen Stufen kann man um die Düne herumgehen.





Weiße Düne, Lettland

Wasser bunkern, Lettland
Wenn wir mit dem Womo auf Tour sind, vermeiden wir Campingplätze oder offizielle Stellplätze. Wozu habe ich denn alles dabei, wenn ich mich dann wieder zu den anderen auf einen übervollen Zeltplatz stelle?
Dafür bedarf es natürlich der Planung bezüglich Ver- und Entsorgung. Für den Frischwassertank eignen sich Friedhöfe hervorragend. Da gibt’s immer eine Wasserquelle. In unserem Falle an der Gipka Basilika, allerdings hart verdient mit einem Ziehbrunnen, der mehrere Meter tief war. Der Weg vom Brunnen zum Womo war auch nicht unerheblich, aber nach 5 mal laufen war der Tank wieder halb voll...

Um einen guten Ausgangspunkt für den kommenden Tag zu haben, nimmt man manchmal Stellplätze in Kauf, die man sonst ganz sicher links liegen lassen würde – zum Beispiel den Bahnhof von Kemeri. Aber letztendlich gab es nachts kaum Züge – und als der erste um 06.40 Uhr losgefahren ist, waren wir eh schon wach... Dafür gabs dann superfrische Pfifferlinge mit Weißbrot!

Pfifferlinge putzen, Lettland

Samstag, 13. August 2016

Kuldiga - unbekannte Schönheit Lettlands

Kuldiga, Lettland

Wasserfall Kuldiga, Lettland


Manchmal liest man etwas im Reiseführer und denkt sich – ach ja, da könnten wir hinfahren. So ging es uns mit Kuldiga. Nie zuvor gehört , aber es ist wirklich ganz besonders schön dort! Über eine alte rote Sandsteinbrücke mit Blick auf die Wasserfälle geht es in die Altstadt. Beeindruckend bei den Wasserfällen ist nicht deren Höhe von gerade mal zwei Metern, sondern die Breite von sage und schreibe 240 Metern!


Kuldiga, Lettland
Auf der anderen Seite der Brücke landet man direkt in der Altstadt. Überall gibt es kleine bunte Häuslein, winzige Geschäfte, kleine Restaurants mit leckeren Suppen (hier Sojanka) und einen kleinen Markt, wo es Pfifferlinge zum Preis von 4.-€ / kg gab. Da muss man ja zuschlagen....


Werner und die Pfifferlinge, Kuldiga, Lettland

Sojanka, Kuldiga, Lettland

Freitag, 12. August 2016

Lettland - das Land der Burgen und Schlösser

Burg von Bauska - Vorderansicht, Lettland
Der Tag der Burgen und Schlösser – schon in Bauska gings es los. Das liegt bereits in Lettland.

Burg von Bauska - von hinten, Lettland

Eine richtig toll frisch restaurierte Ordensburg gibt es hier. Die Burg steht auf einer Halbinsel am Zusammenfluss von Memel und Musa. Bei der Restaurierung hat man sich für eine interessante Zwischenlösung entschieden: Der vordere Teil der Festung, die neue Burg, ist mit frisch getünchten Wänden toll hergerichtet, im hinteren Bereich steht der ältere Teil der Burg, die aus dem 15. Jahrhundert stammt. Dieser Teil sieht so aus, wie man sich eine anständige Burgruine vorstellt...


Schloss Rundale, Lettland

Ein absolutes Highlight, was Schlösser angeht, ist Schloss Rundale. Man fühlt sich augenblicklich ins Frankreich des 18. Jahrhunderts zurückversetzt. Nicht nur der Garten ist den Schlössern an der Loire nachempfunden, auch im Inneren erinnern die prunkvollen Säle des Barockschlosses an Versailles. Das Schloss ist absolut pompös – überall Schnörkel, alles ist mit Gold verziert. 




Es gibt riesige Säle und prunkvolle Säulengänge. Die Räume sind nur mit wenigen Möbeln ausgestattet, dafür gibt’s umso mehr Bilder an der Wand.
Den besten Blick aufs Schloss hat man definitiv vom Garten aus.

Schloss Rundale, Lettland

Unsere beiden weiteren Burgen des Tages hat es derart verregnet, dass ich kein einziges Foto von ihnen habe – von Dobele und von Jaunpils....

Dafür hatte es unser Übernachtungsplatz in sich – am Pedvale Kunstmuseum. Ein älterer Bildhauer namens Ojars Feldbergs bearbeitet hier riesige Steine, die er dann in seinem großen Garten aufstellt. Ein spannender Ort für eine Nacht!
Pedvale Kunstmuseum, Lettland