Freitag, 26. August 2016

Russisches Nonnenkloster Pühtitsa



Kloster Pühtitsa, Estland

Das Pühtitsa-Kloster im Zentrum von Kuremäe wurde im Jahre 1891 errichtet. Es ist das einzige bestehende russisch-orthodoxe Nonnenkloster in Estland. In vorchristlichen Zeiten befand sich hier der Hainort der Esten und unter dem Berg die Opferquelle. Die Quelle ist heute wegen seines heilenden Wassers bekannt als "heilige Quelle". Die Klostertore sind geöffnet und man kann hier spazieren gehen und das alltägliche Leben des Klosters beobachten. Heute untersteht das Kloster wieder dem Patriarchat von Moskau. Es leben etwa 100 Ordensschwestern und Novizinnen im Kloster. 


Kloster Pühtitsa, Estland

Kloster Pühtitsa, Estland

Kloster Pühtitsa, Estland

Donnerstag, 25. August 2016

Narva - Reise an den Rand der EU



Hermannsfeste, Narva, Estland

Iwangorod, Russland


Nur ein Fluss trennt die Zwillingsstädte Narva in Estland und Iwangorod in Russland. Hier ist die EU zu Ende. In Narva stehen sich die von Dänen erbaute Hermannsfeste und die russische Festung Iwangorod seit Jahrhunderten grimmig gegenüber. Nur durch den gleichnamigen Fluss Narva sind sie getrennt.





Die Hermannsfeste hatte im Laufe der Zeit deutsche, schwedische und schließlich auch russische Besitzer. Zu Zeiten der Sowjetunion gab es hier keine Staatsgrenze. Heute gehört die Hermannsfeste zu Estland und damit zur EU. Iwangorod am anderen Ufer gehört zu Russland.
Der Grenzübergang führt über eine Brücke zwischen den Burgen. Doch diese Grenze ist alles andere als eindeutig. In der Gegend um Narva und in der Stadt leben heute mehrheitlich russischstämmige Esten. Sie kamen zur Zeit der Sowjetunion hierher, um in den Industriebetrieben der Stadt zu arbeiten. Zur gleichen Zeit durften evakuierte Esten lange Zeit nicht zurückkehren. Das erklärt den heutigen hohen russischsprachigen Bevölkerungsanteil.

Grenze zwischen Estland und Russland

Mittwoch, 24. August 2016

Lahemaa Nationalpark - der Park der Riesensteine




Lahemaa Nationalpark, Estland

Von Tallinn aus sind es nur 70 Kilometer bis zum Lahemaa Nationalpark. Der Park wurde 1971 als erster Nationalpark der Sowjetunion gegründet, um die nordestnische Landschaft, das dortige Ökosystem und die Artenvielfalt als „estnisches Erbe“ zu erhalten. Hier haben einige vom Aussterben bedrohte Tierarten wie diverse Adler, Elche, Luchse und Biber eine Zuflucht 
gefunden. 





Am liebsten hätten wir ja einen Elch gesehen. Aber außer Schildern nix gewesen...










Aber immerhin ist der Park auch für seine riesigen Findlinge berühmt. Und die können zumindest schon mal nicht weglaufen.... Interessant ist auch, dass die wirklich großen Steine alle Namen haben. Das Besteigen der Findlinge ist ein Abenteuer für sich – auf extrem wackligen, sehr dünnen Holzleitern....

Werner auf dem Findling, Lahemaa Nationalpark,Estland

Die zentrale Verwaltung des Parks befindet sich im ehemaligen Gut der Familie von der Pahlen im Ort Palmse.

 Gutshof Palmse, Estland


Majakivi Findling, Lahemaa Nationalpark, Estland

Lahemaa Nationalpark, Estland

Jaani Tooma Kivi,Lahemaa Nationalpark, Estland

Jaani Tooma Kivi,Lahemaa Nationalpark, Estland

Tammis Pea Kivi, Lahemaa Nationalpark, Estland



Dienstag, 23. August 2016

Wunderschönes Tallinn

Stadtmauer und Türme, Tallinn, Estland
Ganz besonders spannend war Tallinn, die Hauptstadt von Estland. In Estland gibt es überall www und alles wird über das Netz abgewickelt. Wie schön, könnte man meinen... Von wegen! Parkgebühren zahlt man über eine App, die es nur in einheimischer Sprache gibt! Das stellt Touristen wie uns vor ein schier unlösbares Problem! Man kann nämlich tatsächlich nicht anders bezahlen als über diese ominöse App! Letztendlich haben wir in einer ruhigen Seitengasse geparkt – im Auto ein nett geschriebener Text an eventuell kommende Kontrolettis, dass wir Touristen leider nicht der estnischen Sprache mächtig sind und mangels Parkautomaten leider nicht in der Lage waren, die Parkgebühr zu bezahlen....

Tallinn, Estland

Derart halb beruhigt haben wir uns auf den Weg in die Altstadt gemacht.
Tallinn war schon im Mittelalter ein wichtiges Handelszentrum und hat Ost und West miteinander verbunden. Erbaut wurde die Stadt zwischen dem 13. und dem 16. Jahrhundert. Sie war damals ein wichtiges Mitglied des deutschen Handelsbundes. 




Marktplatz Tallinn, Estland


Das Gassengewirr mit den edlen Gildenhäusern, den mächtigen gotischen Kirchen und den vielen bunten Häuslein stammt aus dieser Zeit. Geschützt wird der mittelalterliche Stadtkern noch heute durch eine Festungsmauer.
Das Herz von Tallinn ist der restaurierte Rathausplatz. Früher haben hier die Händler ihre Marktstände aufgeschlagen. 





Rathaus Tallinn, Estland



Das 1402 erbaute Rathaus ist das einzige erhaltene gotische Rathaus im ganzen Baltikum, der achteckige Turm ragt 64 Meter in die Höhe und wird von einer Wetterfahne gekrönt.

 



Stadtmauer und Türme, Tallinn, Estland


Je nachdem, von wo der Wind wehte, sind die Schiffe entweder aus Osten oder Westen gekommen. Die Schiffe aus Russland haben Leinen, Honig und Felle gebracht. Die aus Europa hatten vor allem Salz an Bord.








Altstadt Tallinn, Estland

In Tallinn bestimmte nicht die Kirche, sondern die Kaufmänner das Geschehen in der Stadt. Zur damaligen Zeit war das etwas besonderes. Ab dem 14. Jahrhundert haben die Kaufmänner einflussreiche Gilden gegründet, die nicht nur den Handel, sondern auch das politische und gesellschaftliche Leben in der Stadt dominiert haben.





Zu dieser Zeit sind die prächtigen Gildehäuser gebaut worden, die heute zu den schönsten Gebäuden der Stadt gehören. Wer Mitglied in der Gilde werden wollte, musste ein Kaufmann sein, viel Geld haben, obendrein verheiratet und deutsch sein.

Aus dem 13. Jahrhundert stammt die Festung Tallinn. Heute sind noch zwei Kilometer der Stadtmauer, 20 Verteidigungstürme und zwei von ehemals sechs Außentoren erhalten. 

Stadtmauer und Türme, Tallinn, Estland

Überall gibt es kleine Geschäfte, Galerien, Cafes und Restaurants. Waren wir bisher vor allem einheimischen Touristen begegnet, so waren hier auch sehr viele deutsche Stimmen zu hören. Das liegt vor allem an den Kreuzfahrtschiffen, die regelmäßig in Tallinn anlegen. 

Altstadt Tallinn, Estland

Kreuzfahrtschaiffe Tallinn, Estland

Stadtmauer Tallinn, Estland

Blick auf Burgberg, Tallinn, Estland

Burgberg Tallinn, Estland

Blick auf die Altstadt, Tallin, Estland

Montag, 22. August 2016

Peraküla Telkimisala

Peraküla Telkimisala, Estland
Telkimisala ist das Zauberwort in Estland. Camping mitten im Nationalpark, mit grandioser Ausstattung. In diesem Fall direkt am Meer. Platz für etwa 200 Autos, ungefähr 20 waren da....

Peraküla Telkimisala, Estland
Also genügend Platz für alle – mit eigenem Grill, Zugang zum Meer, Holztischen und Bänken.
Was will der Mensch denn eigentlich mehr?

Peraküla Telkimisala, Estland

Peraküla Telkimisala, Estland

Peraküla Telkimisala, Estland

Sonntag, 21. August 2016

Happsalu

Happsalu Rathaus, Estland

Kursaal Happsalu, Estland

Mit seinen fast 12 000 Einwohnern zählt Happsalu schon nicht mehr zu den kleinen Orten von Estland. Happsalu war früher ein beliebtes Sommerferienziel der russischen Aristokratie. Die erste Kuranstalt wurde im Jahr 1825 eröffnet. Seit dieser Zeit reisen Kur- und Wellnessgäste aus der ganzen Welt hierher – auch die russischen Zaren ließen sich hier verwöhnen.




Happsalu, Estland


Happsalu ist mit seinen engen Straßen, einem Rathaus „im Taschenformat“ und seinen romantischen Wohnhäusern aus Holz einfach eine tolle kleine Stadt. An der Promenade liegt der Kursaal, eines der schönsten Holzgebäude in ganz Estland.






Gegründet wurde Happsalu bereits Mitte des 13. Jahrhunderts. Die Bischofsburg stammt noch aus dieser Zeit.
Bischofsburg Happsalu, Estland

Bischofsburg Happsalu, Estland

Bischofsburg Happsalu, Estland

Samstag, 20. August 2016

Estland - Moore, Sümpfe, Wald und Flüsse

Riisa Moorpfad, Soomaa Nationalpark, Estland
Wenn man uns im Nachhinein fragt, was Estland ausmacht, sind es genau diese Dinge: Moore, Sümpfe, Wald und Flüsse. Ganz im Norden noch das Meer. Grandiose Landschaft, wenige Menschen, immer Wind....

Ingatsu Moorpfad, Soomaa Nationalpark, Estland


Also ziemlich genau das, was man auf einer Baltikumreise ganz im Norden sucht.










Vom Meer mal abgesehen, findet man all das im Soomaa Nationalpark etwa 50 Kilometer östlich von Pärnu. Die Parkbehörde gibt sich sehr viel Mühe mit diversen Wanderwegen, die mehrsprachig ausgewiesen sind. Die Zeitangaben sind manchmal aber eher Freistil und an den Zeiten von Marathonläufern ausgerichtet. Wenn man all dies berücksichtigt, macht Estland wirklich Spaß!

Ingatsu Moorpfad, Soomaa Nationalpark, Estland

Ingatsu Moorpfad, Soomaa Nationalpark, Estland

Ingatsu Moorpfad, Soomaa Nationalpark, Estland

Ingatsu Moorpfad, Soomaa Nationalpark, Estland

Ingatsu Moorpfad, Soomaa Nationalpark, Estland

Auch in Estland achtet die Parkbehörde darauf, dass Camper auf den ausgewiesenen Zeltplätzen übernachten - die meisten haben eine wunderschöne Lage am Fluss oder Meer, haben ein DC und Sitzgelegenheiten, eine Feuerstelle - und sie sind umsonst!

Stellplatz Meiekose, Soomaa Nationalpark, Estland

Fluss Raudna, Soomaa Nationalpark, Estland