Nach einer weiteren Nacht in Lüderitz bin ich auf der Teerstrasse
zurück nach Keetmanskoop gefahren und dann weiter zu den Mesaurus
Fossilien bei der Spitzkoppe. Die Fossilien hat der Sohn des
Farmbetreibers vor 20 Jahren per Zufall gefunden. Es handelt sich um
Tiere, die wie kleine Krokodile ausgesehen haben müssen, es waren aber
wohl Pflanzenfresser. Es gibt jede Menge von diesen Versteinerungen,
außerdem weitere Köcherbäume, die auf einem sehr felsigen Terrain
wachsen. Das Ganze nennt sich Giants Playground, und es sieht wirklich
so aus, als hätten ein paar Riesen hier mit überdimensionalen Steinen
gespielt und sie einfach wild in der Gegend liegen lassen.
Da mir das Fahren der Schotter- und Sandpisten inzwischen wirklich
gut gefallen hat, habe ich beschlossen, weiter in die Kalahari zu
fahren. Das hört sich verwegener an, als es ist. Diese Gegend besteht
aus eher trockenen Flusstälern ohne jegliches Wasser, roten Sanddünen
mit ein paar Büscheln gelbem Gras und jeder Menge riesengroßer Farmen.
Das Überqueren der Dünen machte jedenfalls Spaß, natürlich nicht auf dem
Sand mit meinem Toyota Corolla, sondern auf der normalen gewarteten
Piste. Angeblich werden diese ungeteerten Strassen in Namibia alle 14
Tage von Planierraupen wieder glattgewalzt. Wie auch immer, die Piste
war in einem sehr guten Zustand.
Die Nacht verbrachte ich im Red Dune Camp kurz vor Gochas, allerdings
nicht auf der Düne selbst, denn dort gibt es nur zwei Stellplätze, und
die waren ausgebucht. Auf der Düne wäre es schon schön gewesen, eine
absolut tolle Location, jeder Platz mit Dusche und Toilette
ausgestattet. Drunten im Camp hatte ich dafür den Luxus, auf echtem,
wirklich grünem Rasen zu zelten. Das ist in dieser Gegend etwas extrem
rares! Außerdem bekam ich ein richtig tolles Schnitzel zum Abendessen.
Na, das ist doch mal was!
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| Piste in Südnamibia |
Wer mal Lust auf was anderes hat, man findet es unter www.reddunecamp.weebly.com! Sehr empfehlenswert!
Am nächsten Tag bin ich über diverse Rüttelpisten wieder zurück
Richtung Windhoek gefahren. Eigentlich wollte ich die letzte Nacht
meiner kleinen Südnamibiatour bei der Arnhem Höhle verbringen, wo es
einen sehr schönen Campingplatz geben sollte. Aber wie so oft kommen die
Dinge anders als geplant. Ich hatte drei Landkarten auf meiner
Namibiareise dabei. Auf einer war die Höhle gar nicht eingezeichnet, auf
der zweiten westlich von Dordabis, auf der dritten östlich von
Dordabis…. Toll, nachdem ich die Karte eingehend studiert hatte, war
klar, dass es nicht an mir und meinen Fähigkeiten des Kartenlesens lag,
sondern dass zumindest eine der Karten falsch sein musste (wenn nicht
gar beide!). Also habe ich ein paar der Einheimischen gefragt, in
welcher Richtung die Arnhem Höhle liegt und wurde nach eingehender
Beratung nach Westen geschickt. Okay, das war eine gute Teerstrasse,
außerdem in Richtung in Windhoek. Als nach 40 Kilometern immer noch
keine Höhle oder zumindest ein Hinweisschild zu sehen war, habe ich an
einer Farm nochmal nachgefragt. Dort bekam ich dann die Auskunft, dass
die Höhle östlich von hier liegt…. Na ja, da war es bereits 17.30 Uhr,
aber in Namibia geht die Sonne erst kurz nach 19.00 Uhr unter, also
immer noch Zeit.
Dann begann die Gravel Road…. Und wieder kein Hinweis auf die
Höhle….Dafür eine Weggablung, wo ich dann nach Norden geschickt wurde.
Kurz vor 19.00 Uhr gab ich den Gedanken an die Höhle dann komplett auf,
vor allem, nachdem ich beinahe ein Warzenschwein überfahren und kurz
darauf eine Sandwehe übersehen hatte, die mich fast in einen Dornbusch
katapultierte. In dieser Gegend gibt es nicht sehr viele
Übernachtungsmöglichkeiten, deswegen freute ich mich sehr über ein
Schild Mountain View Lodge 20km. Als ich endlich vor dem Gatter der
Lodge stand, hing dort ein Schild mit der dringenden Warnung, nicht
weiterzufahren, weil es sich bei dem Gelände rund um die Lodge um
Jagdgelände handelt, wo scharf geschossen wird! Himmel hilf!!!
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| Warzenschwein, Namibia |
Nur 6 Kilometer entfernt war eine andere, kleinere Lodge, wo ich um
Hilfe bat, weil ich mich nun wirklich hoffnungslos verfahren hatte, und
dieser Beinahezusammenstoss mit dem Warzenschwein hatte mir den Rest
gegeben. Auch diese Lodge war eigentlich nur für Jäger, aber die
Inhaberin hat den Ernst der Lage schnell erkannt und ließ mir ein Zimmer
herrichten, gab mir erst mal ein kühles Glas Bier und einen bequemen
Sessel zum Ausruhen. Nach einer Dusche fühlte ich mich schon wieder viel
besser. In dieser Lodge wohnten drei Bulgaren, die hier zum Jagen
waren. Natürlich gab es abends Bushmeat, zuerst eine Bushmeat-Wurst,
dann Steaks vom blauen Gnu, alles von den Jägern selbst geschossen. Die
Gespräche der Jäger während des Essens möchte ich hier besser nicht
wiederholen….
Am nächsten Morgen gabs noch ein leckeres Frühstück, diesmal ohne
Jäger, weil die in der Früh Zebras schießen wollten. Dann ging es um die
unangenehme Frage des Bezahlens, denn eigentlich kostet diese Lodge
150.- US pro Person und Nacht…. Ich war total überrascht, das die
Inhaberin Geraldine meinte, dass sie doch von jemandem in einer solchen
Notlage kein Geld nehmen würde! Sprachs, wünschte mir weiterhin viel
Spaß in ihrem Land und seinen Bewohnern und eine gute Reise!
Wow! Ich war hin und weg!
Zurück nach Windhoek bei Tageslicht war natürlich einfach, die Gravel
Road entlang, einmal rechts abbiegen und dann immer geradeaus! Wenn nur
alles so leicht wäre!
Alles in allem bin ich bei meinem 8-Tage-Trip 3002 Kilometer Auto
gefahren, die Hälfte davon auf unbefestigten Strassen. Alles ohne jedes
technisches Problem. Sämtliche verbogenen Zelthäringe wurden von Pieter
vom Red Dune Camp in der Werkstatt wieder zurechtgebogen, und auch sonst
hatte ich nur gute Erfahrungen mit Land und Leuten im Süden von
Namibia.
In Windhoek stieg ich im Chameleon Backpacker ab, dem bisher besten
Backpacker in Afrika. Der Schlafsaal ist mit 3 Stockbetten relativ klein
und jeder Schlafsaal hat eine eigene Dusche und eine eigene Toilette.
Es gibt auch Doppelzimmer mit eigenem Bad. Im Preis eingeschlossen ist
ein gutes Frühstück in Selbstbedienung, es gibt TV, Internet, ein
kleines Reisebüro, eine Bar und einen kleinen Pool. Natürlich sind die
Bewohner wie immer in dieser Art Hostels international. Die Spanne
reicht von Australien über Asien, Nordafrika, Europa bis nach
Suedamerika. Also die ganze Welt und ein buntes Völkchen, das das Ganze
sehr interessant macht.
Das alles wollte ich meinen Eltern natürlich nicht vorenthalten, auch
wenn bedenkliche Stimmen aus Deutschland kamen, dass andere Eltern im
Leben nicht in einem Hostel wohnen würden… Ich kann das schon mal
vorausnehmen: Meine schon! Alles weitere über die gemeinsame Reise in
die Mitte und in den Norden Namibias mit den Eltern kommt in einem extra post in ein paar Tagen.