Dienstag, 3. September 2019

Abseits der Touristenpfade - Mompox

Mompox, Kolumbien
Wenn der Lonely Planet schreibt, dass es da einen Ort gibt, der völlig authentisch ist und so gut wie keine Touristen hat, ist immer Vorsicht geboten. Das hatte ich schon öfter - diese "Geheimtipps", die spätestens dann keine mehr sind, wenn sie ausgesprochen, geschweige denn geschrieben wurden. Dementsprechend waren meine Erwartungen erst mal nicht sooooo hoch.
Um es gleich vorweg zu nehmen: ja, es ist ruhig, ja, es sind dort kaum Touristen, schon gleich gar keine westlichen und ja, es ist wunderschön!
Was macht den Ort aus?

Mompox, Kolumbien
Rio Magdalena, Mompox, Kolumbien

Mompox ist eine ruhige kleine Stadt am breiten Rio Magdalena. Der Fluss schiebt sich ruhig an den Häusern vorbei. Allesamt bunt gestrichen, vor allem gelb, orange und weiß. Für mich war das der perfekte Ort, um einfach mal in Kolumbien anzukommen. In Mompox leben 45 000 Menschen. Die ältesten Kirchen stammen aus dem 16. Jahrhundert, das historische Zentrum gehört seit 1995 zum Kulturwelterbe der Menschheit.




Mompox, Kolumbien

Aber warum gibt es den Ort an dieser Stelle überhaupt? Die Spanier haben den Rio Magdalena für die Schifffahrt genutzt. Es muss damals eine echte Quälerei gewesen sein - der Rio Magdalena ist 1600 Kilometer lang. Waren, Sklaven und Beamte nutzten den Fluss, um von der Karibik nach Bogota zu kommen. Was lag da näher als eine Stadt zu bauen, in der die vielen Waren umgeschlagen werden und die Reisenden ein paar Tage verschnaufen können?



Mompox, Kolumbien

Der zunächst völlig unbedeutende Ort entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem Handelszentrum für Edelmetalle, Tierhäute und landwirtschaftliche Produkte. Es gab Herbergen und Restaurants für die Reisenden. Beamte und Priester siedelten sich an.








Mompox, Kolumbien

Doch dann kam es zum ökologischen Supergau. Der Fluss versandelte und änderte seinen Lauf. Mompox war auf einmal abgeschnitten und lag an einem völlig unbedeutenden Nebenlauf. Profitiert hat davon eine andere Stadt - Magangue mauserte sich zum neuen Zentrum der Schifffahrt und Mompox versank in einen 150 Jahre dauernden Dornröschenschlaf.
Gerade die lange Isolierung ist heute das besondere an der Stadt.



Mompox, Kolumbien

Und heute? Mompox ist lebendige Geeschichte. Im Gegensatz zu Cartagena leben in der Altstadt nach wie vor ganz normale Menschen mit normalen Berufen. Natürlich gibt es dort auch Hotels und Restaurants. Aber auch Geschäfte für den Bedarf der Einheimischen und Handwerksbetriebe.
Mompox gilt als heißester Ort von Kolumbien. Den Beweis muss es erst noch antreten, aber heiß war es wirklich. Mal schauen, ob ein anderer Ort die 38 Grad toppt.....



Ganz besonders spannend war der große Umzug der Schüler zur 50 Jahr Feier ihres College. Eine riesengroße Parade. Es wurde Salsa und Merengue getanzt. Es gab viele Plakate zu Umweltfragen, ganz junge Schüler liefen als Tiere verkleidet herum und die älteren Schüler hauten buchstäblich auf die Pauke.....

College Schüler, Mompox, Kolumbien

College Schüler, Mompox, Kolumbien

College Schüler, Mompox, Kolumbien

College Schüler, Mompox, Kolumbien

College Schüler, Mompox, Kolumbien