Donnerstag, 5. September 2019

Barichara - koloniales Kleinod

Von Mompox nach Barichara - das sind 470 Kilometer. Bei uns in Deutschland würde man großzügig von 5 Stunden Reisezeit ausgehen. In Kolumbien rechnet man da etwas anders....
Von Mompox nach El Banco sind es 70 Kilometer, ABER auf einer ungeteerten Piste. Von El Banco nach Bucaramanga sind es knapp 300 Kilometer, geteert, Autobahn. Aber ein Höllenverkehr. Von Bucaramanga nach San Gil 100 Kilometer - aber mitten durchs Gebirge. Und Gebirge heißt hier wirklich Gebirge. Wir sprechen immerhin von den Anden. Als ich dann endlich in San Gil ankam, war es 19.00 Uhr, bereits dunkel und ich hatte 12 Stunden Reise hintr mir. Und der letzte Bus nach Barichara war auch schon weg. Also Plan B, Übernachten in San Gil. Dazu muss man wissen, dass San Gil Tonnen von preiswerten Hostels hat, hierher kommen Touristen aus aller Welt, um Bungee Jumping, Abseiling, Tandemspringen oder Ziplining zu machen. Und ich mittendrin.

Infotafel Funsport San Gil, Hostel

Immerhin war das Bett im Schlafsaal preiswert und das Essen auf dem Nachtmarkt sehr gut und für einen Spottpreis zu haben.

Schlafsaal im Hostel San Gil, Kolumbien
Der Schlafsaal hatte 5 Betten, nur eins war belegt. Da denkt man sich ja nix böses. Aber dieses eine junge Mädel hatte es in sich. Um vier Uhr in der Früh war bei ihr und somit auch bei mir die Nacht vorbei. Erst brauchte sie drei Anläufe, um den Handywecker nicht mehr zu ignorieren, dann wurde sie viermal angerufen - vermutlich mit der Frage, wo sie denn bleibt.... Das Ganze mit Licht anschalten, geräuschvoll packen und Türe hinter sich zu werfen.





Das wars dann auch für mich mit der Nachtruhe.
Der einzige Vorteil - ich war dann auch sehr früh unterwegs....

Barichara, Kolumbien
Knapp 45 Minuten im Bus und ich war in Barichara. In manchen Reiseführern heißt es, das sei das schönste Kolonialstädtchen von ganz Kolumbien. Ich habe weiß Gott nicht alle gesehen, aber Barichara ist wirklich ganz besonders schön. Wer hier den Adrenalinkick sucht, ist falsch am Platz.

Barichara, Kolumbien

Barichara, Kolumbien


Im verträumten Barichara gibts stattdessen weiße Häuser, viele steile kopfsteingepflasterte Gassen und tolle Aussichtspunkte. Hier geht es nicht um großartige Sehenswürdigkeiten, sondern um die Stadt als Ganzes. Erholsam ist auch, dass der Ort auf 1200 Metern liegt. Hier hat es tagsüber 26 Grad, nachts kann es schon mal auf 15 oder 16 Grad abkühlen.





Barichara, Kolumbien




Was macht man in Barichara? Sich erholen, die Aussicht genießen, vor der Kirche sitzen und Einheimische beobachten und leckeren Saft trinken.







Auch essen kann man gut und preiswert - es müssen ja nicht gleich die Hormigas Culonas sein. Das ist zwar eine regionale Spezialität, aber trotzdem wolle ich jetzt nicht unbedingt "Ameisen mit großem Hintern" essen. Spezialität hin oder her....Es handelt sich um Blattschneiderameisen, die geröstet werden. Die Ameisen kommen jedes Jahr im April aus ihren Nestern. Die Königinnen werden dann eingefangen und zu diesem seit hunderten von Jahren beliebten Snack verarbeitet.

Barichara, Kolumbien

Barichara, Kolumbien

Barichara, Kolumbien

Barichara, Kolumbien

Barichara, Kolumbien

Barichara, Kolumbien

Barichara, Kolumbien

Barichara, Kolumbien

Barichara, Kolumbien

Hostal Casa Nacuma, Barichara, Kolumbien